Nach mehreren Hausdurchsuchungen in Wiener Wohnungen befinden sich nun drei Personen in Haft. Sie würden verdächtigt, am 27. Juni mehrere Mülltonnen bei der AMS-Zentrale Redergasse in Brand gesetzt zu haben, sagt Michaela Schnell, Sprecherin der Staatsanwaltschaft (StA) Wien. Bei den Durchsuchungen sei "belastendes Material" gefunden worden.

Aktion per Video dokumentiert

Die Aktion war auf der Seite Indymedia mit dem Titel "Brandzeichen" gegen das AMS dokumentiert - und im dazugehörigen Forum teils scharf kritisiert - worden.  Man wolle gegen das AMS als "Disziplinierungsunternehmen" im Sinne "kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse" protestieren, heißt es im Eintrag, der die Aktion per Video festhält.

Der Schaden sei mit 100.000 Euro zu beziffern, so Schnell. Details würden nicht bekannt gegeben, "um die Ermittlungen nicht zu gefährden". Auf die Frage, ob auch in Richtung des umstrittenen Mafia-Paragrafen 278a ermittelt werde, sagt Schnell: "Im Moment geht es um versuchte Brandstiftung und Sachbeschädigung. Alles andere kann sich noch entwickeln." (Maria Sterkl, derStandard.at, 8.7.2010)