Das Schädelfragment des Saadanius hijazensis gibt Aufschluss über eine Verwandtschaft ...

Foto: Iyad S. Zalmout, University of Michigan Museum of Paleontology, 2009

Bild nicht mehr verfügbar.

... die näher ist als gedacht.

Foto: REUTERS/Howard Burditt

London - Die Verwandtschaft zwischen Menschen und Großen Menschenaffen und die Frage, wann sich die jeweiligen Gruppen auseinander entwickelt haben, ist in den vergangenen Jahren vielfach beforscht worden. Doch wie sieht es mit der nächstgrößeren Übergruppe, den Altweltaffen, aus? Neues Licht auf deren evolutionäre Auseinanderentwicklung wirft ein 29 bis 28 Millionen Jahre altes Fossil, das in Saudiarabien gefunden wurde und zu einer bislang unbekannten Spezies gehört.

Der Begriff Altweltaffen oder auch Schmalnasenaffen umfasst sowohl die Menschenartigen (Hominoidea), zu denen die Menschen, die Großen Menschenaffen und auch die Gibbons gehören, als auch ihre Schwestergruppe, die Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae) wie beispielsweise Paviane oder Languren; die Angehörigen dieser Gruppe haben einen Schwanz. Und getrennt haben sich diese beiden Gruppen offenbar später, als bislang gedacht wurde - das legt der nun in "Nature" beschriebene Fund nahe.

Das Fundstück

Die Forscher um William Sanders von der University of Michigan untersuchten ein Schädelfragment, das 2009 im Westen Saudiarabiens ausgegraben wurde. Der Schädel gehörte zu einem etwa 15 bis 20 Kilogramm schweren männlichen Tier. Zu den hervorstechendsten Merkmalen zählen ein vorspringendes, schnauzenartiges Mittelgesicht, fehlende Nasennebenhöhlen sowie große und breite Backenzähne.

Seine anatomischen Merkmale weisen das Tier den Forschern zufolge als Schmalnasenaffen auf, der noch vor der Trennung der Menschenartigen von den übrigen Altweltaffen lebte. Diese müsse folglich später stattgefunden haben als die genetischen Untersuchungen nahelegten. Sie schätzen, dass dies in dem Zeitraum vor 29 bis 24 Millionen Jahren geschah. Die neue Affenart wurde Saadanius hijazensis genannt - nach Saadan (arabisch Affe) und dem Fundort, der Al Hijaz Provinz. Älteren genetischen Untersuchungen zufolge lebte der letzte Vorfahr von Menschenartigen und Altweltaffen vor 35 bis 30 Millionen Jahren. Fossile Belege dafür gab es allerdings nicht. (APA/red)