Seoul - In nordkoreanischen Krankenhäusern herrschen laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International unhaltbare Zustände. Aus Mangel an Betäubungsmitteln müssten selbst Amputationen teilweise ohne Narkose durchgeführt werden, schreibt Amnesty in einer am Donnerstag in Seoul veröffentlichten Zusammenfassung von Interviews mit nordkoreanischen Flüchtlingen. Manchmal fänden Operationen auch bei Kerzenlicht statt, weil regelmäßig der Strom ausfalle.

Obwohl die Behandlung in nordkoreanischen Krankenhäusern offiziell kostenlos ist, verlangten viele Ärzte eine Gegenleistung, heißt es in dem Bericht weiter. Mehrere Flüchtlinge hätten berichtet, dass sie mit Zigaretten, Alkohol oder Geld für eine Behandlung hätten bezahlen müssen. Der Bericht beruht auf Interviews mit rund 40 Nordkoreanern, die aus dem kommunistischen Land geflohen sind, sowie auf Angaben von Hilfsorganisationen. (APA)