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Für einige Verblüffung sorgt derzeit eine Meldung aus dem US-Bundesstaat Oklahoma, haben die lokalen Behörden doch im Kampf gegen Drogen aller Art ein neues - und doch sehr vertrautes - Ziel auserkoren: MP3s. So soll derzeit ein Trend namens "i-Dosing" unter Jugendlichen die Runden machen, über speziell zusammengestellte Musikstücke sollen dabei rauschähnliche Zustände ausgelöst werden - vorausgesetzt man verbindet sich dabei die Augen. Die Lieder sollen demnach bereits rege über das Internet getauscht, teilweise sogar gehandelt werden.

Warnung

So absurd das Ganze auch klingen mag, gegenüber dem Nachrichtensender "News 9", warnt eine Sprecherin des Oklahoma Bureau of Narcotics and Dangerous Drugs tatsächlich vor dem neuen Trend: i-Dosing könnte als eine Art Einstiegsdroge wirken, allein schon weil Jugendliche bei der Suche nach entsprechenden Stücken auch mit  anderen Drogen in Berührung kommen könnten.

Lokale Schulbehörden in Oklahoma sind noch einen Schritt weiter gegangen und haben Eltern in einer Briefaussendung über die Gefahren des neuen Trends in Kenntnis gesetzt. In manchen Schulen sollen gar iPods verboten worden sein - wohl um die Versuchung nicht all zu groß werden zu lassen. Wenig beeindruckt von solchen Sorgen zeigt man sich derzeit offenbar bei Youtube, immerhin sind einige der Songs - und viele Videos, die den Rauscheffekt demonstrieren sollen - ungehindert über die Video-Sharing-Seite zu beziehen.

Entzug

Jenseits der humoristischen Komponente dieser Meldung, gibt es natürlich auch einen durchaus realen Hintergrund, auch wenn der mit Drogen recht wenig zu tun hat. Der Reizentzug der durch das Abdunklen der Augen in Kombination mit monotoner Musik entsteht, kann zu Halluzinationen führen, ein Effekt der als "sensorische Deprivation" durchaus bekannt ist -  als Droge im klassischen Sinne taugt er wohl aber nur bedingt. (red, derStandard.at, 16.07.10)