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2006 verstanden sich Chávez und Urosa Savino noch prächtig

Foto: epa/Miraflores

Caracas - In Venezuela spitzt sich vor den im September stattfindenden Parlamentswahlen der Streit zwischen der katholischen Kirche und der linksgerichteten Regierung des Präsidenten Hugo Chávez weiter zu. Nachdem Kardinal Jorge Urosa Savino dem Präsidenten vorwarf, einen kommunistischen Staat errichten zu wollen, beauftragte Chávez Außenminister Nicolás Maduro, die Grundlagen für die Beziehungen zum Vatikan zu überprüfen.

Am Donnerstag wurde auch der Vatikan-Botschafter Venezuelas zu Konsultationen zurückbeordert. Ex-Höchstrichter Ivá Rincón Urdaneta sollte noch am Freitag in Caracas eintreffen, berichten venezolanische Medien. Das vom früheren Präsidenten Rómulo Betancourt Anfang der 1960er Jahre unterzeichnete Konkordat sichert der katholischen Kirche Vorrang vor anderen Religionsgemeinschaften.

"Höhlenmensch"

Urosa Savino soll am Dienstag, dem 20. Juli vor dem Koordinationsausschuss des venezolanischen Parlaments seine Vorwürfe begründen. Präsident Chávez hatte den Kardinal wegen seiner Äußerungen als "Höhlenmenschen, der dem Volk Angst vor dem Kommunismus zu machen versucht" tituliert.

Die katholische Kirchenführung hatte 2002 einen gescheiterten Putsch gegen Chávez teilweise offen unterstützt. Der Präsident sprach damals von einer Mitverschwörung des hohen Klerus. Chávez bezweifelte bei einer Veranstaltung der Vereinigten Sozialistischen Partei PSUV am Mittwoch, dass Papst Benedikt XVI. "Stellvertreter Christi auf Erden" sei: "Christus braucht keinen Stellvertreter. Christus ist im Volk und bei denen von uns, die für die Befreiung der Demütigen kämpfen." (red/APA)