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Aufräumarbeiten in Kaisersberg in der Steiermark.

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Die Innsbrucker Innenstadt während ...

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... und nach dem Wolkenbruch.

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Wien - Heftige Gewitter sind - wie von Meteorologen angekündigt - in der Nacht auf Sonntag in Teilen Österreichs niedergegangen. In einigen Gebieten Tirols hat Hagel in der Landwirtschaft einen Schaden von mehr als 1,8 Millionen Euro verursacht. In Wien musste am Life Ball die Eröffnung auf dem Rathausplatz nach einsetzendem Starkregen aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden.

Steiermark: Unterbrechung eines Teils der Südbahnstrecke bis Mittag

Die schweren Unwetter in der Steiermark haben zur Unterbrechung der Südbahnstrecke der ÖBB geführt: Samstag Abend ging eine Mure zwischen St. Michael West und Kraubath ab und verschüttete die Schienen. Verletzt wurde dabei niemand, aber der Bahnverkehr ist unterbrochen. Die Südbahn ist derzeit zwischen Leoben und Knittelfeld gesperrt, sagte ÖBB-Sprecher Nikolaus Käfer gegenüber der APA. Die Aufräumarbeiten sind im Gang, ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet. Die Sperre werde voraussichtlich bis Sonntagmittag 12.00 Uhr dauern, so Käfer.

In der Südsteiermark wurde ein Mann vom Blitz erschlagen, so die Polizei.

Rund 1.000 Mann der Feuerwehr waren laut Landeswarnzentrale die ganze Nacht im Einsatz. Besonders betroffen vom Starkregen war Stein an der Enns (Bezirk Liezen). Dort wurden 25 Häuser überflutet und Straßen weggerissen. Ganze Ortsteile wurden einen halben Meter von Wasser und Schlamm überschwemmt, da der Sölkbach über die Ufer getreten ist. Verletzt wurde niemand, viele Bewohner mussten jedoch von der Feuerwehr aus ihren Häusern evakuiert werden. Zahlreiche Keller wurden ausgepumpt. Auch eine Brücke wurde von den Schlammmassen weggerissen, teilte die Feuerwehr mit.

Eine Mure, die zwischen St. Michael West und Kraubath abging, verschüttete die Schienen der Südbahnstrecke der ÖBB. Verletzt wurde niemand, allerdings war der Bahnverkehr zwischen Leoben und Knittelfeld auch Sonntagvormittag noch unterbrochen, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Weiters betroffen von den Unwettern sind auch Schladming und das Paltental.

In der Südsteiermark haben die heftigen Gewitter ein Todesopfer gefordert. In Oberpurkla (Bezirk Radkersburg) wurde ein Mann vom Blitz erschlagen, als er gegen 2.40 Uhr von einem Feuerwehrfest nach Hause ging. Seine Frau wurde ebenfalls verletzt.

Sonntagfrüh wurden mit Hubschraubern Such- bzw. Transportflüge gestartet, um mit den auf den Almen befindlichen Personen Kontakt aufzunehmen. Im Kleinölkstal waren 55 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten, sie wurden mit Hubschraubern des Innenministeriums von den Almen ausgeflogen.

Innsbruck: Altstadt unter Wasser

Innsbrucks Altstadt ist bereits am Samstagnachmittag kurzfristig rund einen halben Meter unter Wasser gestanden. Die Innsbrucker Feuerwehr meldete 250 Schadenslagen in verschiedener Intensität. Alle Pumpwerke der Stadt waren vorerst besetzt. Starker Hagel hatte die Kanalisation verstopft. Mehrere Kanaldeckel wurden durch den auf den Hagel folgenden Starkregen aus der Verankerung gehoben. Geschäfte und Keller, Unterführungen und Tunnel standen unter Wasser.

Salzburg: Murenabgänge

Auch im Salzburger Pinzgau und Pongau mussten die Feuerwehren mehrmals ausrücken. Eine Mure riss in Dienten ein geparktes Auto in den "Kesselbach". "Außer Blechschaden ist nichts passiert", berichtete der Pinzgauer Katastrophenreferent Kurt Reiter. Das Unwetter zog über Neukirchen, Leogang, Saalfelden, Maria Alm, Dienten, Mühlbach und Bischofshofen hinweg. Sieben örtliche Feuerwehren kämpften gegen kleinere Muren und Überschwemmungen an, baggerten Bäche von Verklausungen frei, pumpten Keller aus und stellten umgefallene Bauzäune wieder auf.

Gmunden: Zehn Zentimeter unter Wasser

Starkregen und Gewitter setzten hauptsächlich dem Norden Oberösterreichs zu. Kanäle wurden verlegt und die Feuerwehr der Reihe nach zu Überflutungen in Freistadt gerufen. Umgestürzte Bäume sorgten in Teilen des Bezirks für Verkehrsstillstand. Im Bezirk Gmunden stand die Salzkammergut Straße kurzzeitig rund zehn Zentimeter unter Wasser. Sogar Tunnel mussten wegen Überflutung zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gesperrt werden.

Der Life Ball ist nach Unwetterwarnung mit einem "blauen Auge davon gekommen", sagte Meteorologe Christian Ortner von der ZAMG. Binnen einer Stunde sind in der Innenstadt etwa fünf Liter Regen gefallen. Örtlich ist aber mit extrem hohen Niederschlagsmengen zu rechnen, sagte der Experte.

35 Liter Regen in Schwechat

Stark entladen hat sich der Himmel im Südosten der Bundeshauptstadt. In Schwechat sind binnen kürzester Zeit 35 Liter Regen gefallen. Extreme Regengüsse gingen auch in der Steiermark, vor allem in Leoben und Seckau nieder.

Mit der erwarteten Kaltfront kam kräftiger Wind auf. Dieser könnte im Osten am Sonntag früh Spitzen von 70 bis 80 Stundenkilometern erreichen.

Deutschland: Millionenschäden und ein Toter

Unwetter mit starkem Regen und Hagel haben am Wochenende auch in mehreren Bundesländern Deutschlands gewütet. In Brandenburg stützte ein Baum in der Nacht auf Samstag auf ein Zelt und erschlug einen Mann. In Nordrhein- Westfalen standen zahlreiche Keller, Garagen und Straßen unter Wasser. In Bayern wurden Camper von einer überfluteten Fluss-Insel bei Passau mit Rettungsbooten geborgen. Allein in Bayern sprach die Polizei von Schäden in Millionenhöhe.

Besonders hart traf es in der Nacht Niederbayern, wo es laut Polizei rund 150 wetterbedingte Notrufe gab. In der Nacht zuvor hatten bereits tennisballgroße Hagelkörner in Teilen Bayerns Schäden angerichtet, Gebäude brannten nach Blitzeinschlägen. Die Sturmböen erreichten Geschwindigkeiten bis zu 107 Stundenkilometern. In einigen Teilen Bayerns fielen binnen 24 Stunden rund 101 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. (APA)