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67 Prozent der Befragten kennen Burnout-Betroffene

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Grafik: APA

Wien - Während die Zahl der Arbeitsunfälle zurückgeht, ist die Zahl der Krankenstandstage aufgrund psychischer Leiden in den vergangenen Jahren enorm angestiegen. Laut dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger ist schon jeder 16. Krankenstandstag auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen. Psychische Probleme wie Depressionen, Alkoholismus oder Burn-out sind die Hauptverursacher. Burn-out wird heute nicht mehr als Modewort gebraucht, sondern als ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit und als echte Krankheit verstanden und wahrgenommen. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage des Online Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com, das rund 500 berufstätige Österreicher zwischen 16 und 65 Jahren zum Thema befragt hat.

Obwohl für fast 80 Prozent der Job einen hohen bis sehr hohen Stellenwert einnimmt und 84 Prozent Spaß an der Arbeit haben, fühlt sich doch jeder vierte Österreicher von Burn-out bedroht. Hoch ist mit 67 Prozent auch die Zahl derer, die einen oder mehrere Betroffene kennen.

Höhere Anforderungen, keine Zeit

Die Begründung für die wachsende Zahl an Burn-outs liegt laut Studie im Stress. "Neun von zehn Österreichern stehen in ihrem beruflichen Alltag zumindest gelegentlich unter Stress, jeder Zweite arbeitet sogar häufig oder ständig unter Belastung. In knapp jedem zweiten Fall ist das Stress-Level des Betroffenen im Anstieg begriffen", so Geschäftsführer Thomas Schwabl.

Stress wird dabei hauptsächlich durch hohe Arbeitslast , Termindruck oder interne Ungerechtigkeiten ausgelöst. Erstaunlich ist die geringe Anzahl derer, die durch die Angst vor dem Jobverlust in Stress geraten, trotz Krisenjahr ist dies nur für rund elf Prozent der Befragten ein Stressauslöser.

Aber auch nach getaner Arbeit hält die Belastung bei drei von vier Berufstätigen noch an. Nur jeder Vierte kann nach Verlassen des Büros sofort abschalten. Jeder Zweite benötigt eine halbe bis ganze Stunde, jeder Achte sogar noch länger, um sich gedanklich von der Arbeit völlig lösen zu können. 15 Prozent der Befragten sitzen auch noch nach Büroschluss zumindest geistig weiter am Schreibtisch - so vielen gelingt es nach eigenen Angaben gar nicht abzuschalten.

Vernachlässigte Prävention

Zwei von fünf Arbeitnehmern sehen im Austausch mit Kollegen und der weitverbreiteten Kaffeepause einen Stresshemmer. Auch bewusste Pausen sind eine beliebte Variante zur persönlichen Burn-out-Vorsorge. Bei Arbeitgebern scheint das Bewusstsein für Burn-out-Prävention noch eher gering ausgeprägt. Rund die Hälfte aller Befragten gibt an, dass der Arbeitgeber keine Maßnahmen zur Burn-out Vermeidung setzt. Von den gesetzten Maßnahmen sind regelmäßige Anerkennung, Weiterbildung und betriebliche Gesundheitsförderung die am häufigsten genannten. Augenfällig ist auch, dass nur fünf Prozent der Befragten angeben, dass externe Unterstützung in Zeiten extrem hoher und vermehrter Arbeitsbelastung eingesetzt wird. Auch um den Ausfall eines Mitarbeiters abzufedern werden in 75 Prozent der Unternehmen bestehende interne Ressourcen herangezogen. Nur 16 Prozent holen sich Hilfe zur Überbrückung von außen. (red, derStandard.at)