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iPhone und Mac geben Standortdaten weiter

Foto: REUTERS/Jessica Rinaldi

Wie berichtet, sammelt Apple seit 2008 Standortdaten von iPhone-Nutzern. Mit dem Start des Mobile-Anzeigensystems iAd erklärte der Konzern, künftig diese Daten anonymisiert auch an Dritte weitergeben zu wollen. Darunter fallen "Partner und Lizenzinhaber". Bei Konsumentenschützern sorgte die späte Bekanntgabe dieser Informationen für Aufregung. Nicht nur ließ Apple seine Kunden gut zwei Jahre über diese Praxis im Dunkeln, auch wurde die Weitergabe der Daten nur sehr schwammig im Zuge einer Änderung der Nutzungsbedingungen erklärt.

Anonymisiert

Anfang Juni forderten zwei Abgeordnete des US-Kongresses Apple auf, die genauen Umstände rund um die Speicherung von Ortsdaten zu erläutern. Das mehrseitige Antwortschreiben des Konzernanwalts Bruce Sewell vom 12. Juni wurde nun der Branchenseite Cnet zugespielt und auf der Webseite veröffentlicht. In dem Schreiben geht Sewell im Detail auf den Umgang mit den Standortdaten ein.

Apple würde sämtliche Standortdaten demnach ausschließlich anonymisiert sammeln. Nutzer hätten auch die Möglichkeit, diesen Vorgang zu unterbinden, in dem sie bei Geräten mit iOS 4 die Ortungsdienste ausschalten oder den neuen Lizenzbestimmungen von iTunes nicht zustimmen. Letzteres bedeutet allerdings, dass kein iTunes-Account eingerichtet werden kann. Die Daten würden laut Unternehmen für sechs Monate gespeichert, Dritte wie App-Entwickler könnten Nutzer anhand dieser Daten nicht identifizieren.

Ortsbestimmung

Sewell erklärt weiters, wie Apple zu den Ortsdaten kommt. Alle 24 Stunden würden iPhones und andere Geräte mit iOS 4 mit eingeschaltetem Ortungsdienst Standortdaten an Apple senden. Diese Daten werden über umliegende WLAN-Netze, Mobilfunkmasten oder GPS ermittelt und sollen aber keine Informationen enthalten, die ein bestimmtes Gerät oder einen Nutzer identifizieren ließen. Im Falle von iAds würden die Standortkoordinaten anonymisiert gesammelt und "sofort" in einen fünfstelligen ZIP-Code konvertiert. Die iAd-Server würden diese ZIP-Codes nicht mit den jeweiligen Geräten abgleichen und Werber "niemals die ZIP-Code-Informationen einsehen" können.

Neben iPhone-Nutzern sind auch Anwender des Betriebsystems Mac OS X 10.6 "Snow Leopard" von Apples Sammelwut betroffen, sofern diese die Ortungsfunktion aktiviert haben. User"könnten die Sammlung dieser Daten unterbinden, indem sie in den Systemeigenschaften unter Sicherheit die Ortungsfunktion deaktivieren.

Forderung nach mehr Transparenz

Wie Cnet schreibt, zeigten sich die US-Abgeordneten mit Apples ausführlichem Antwortschreiben recht zufrieden, weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass sie weiterhin Bedenken gegenüber seitenlangen Datenschutzerklärungen hätten. Zu hoffen sei, dass jedes Unternehmen, das Daten für Werbezwecke verwende, künftig transparenter agiere und vollständig über die angewandten Praktiken informieren. Zuletzt geriet Suchmaschinenbetreiber Google ins Visier der Datenschützer, als sich herausstellte, dass im Rahmen des Ausbaus des Dienstes Street View WLAN-Daten gesammelt wurden. (zw)