Bad Gastein - Die Veranstalter des "Nürnberger Gastein Ladies" hatten am Donnerstag allen Grund zum Jubel: Patricia Mayr und Yvonne Meusburger meisterten jeweils auch ihre Achtelfinal-Hürden und qualifizierten sich für die Runde der letzten Acht. Meusburger gar schon zum vierten Mal in Folge, man kann sie ruhig schon als "Miss Bad Gastein" bezeichnen. Die Vorarlbergerin setzte sich gegen Lucie Hradecka (CZE) mit 7:5,7:5 durch, trifft am Freitag nicht vor 14.30 Uhr auf die Lettin Anastasija Sevastova.

"Ja, das ist schon ein schöner Erfolg. Es war ein schwieriges Match, weil es das Gegenteil vom ersten war", freute sich Meusburger, die bei keinem anderen Turnier auf der Tour bisher ein Viertelfinale erreicht hat. Die Finalistin der Bad-Gastein-Premiere 2007 lag im ersten Satz mit 5:1 in Front, musste aber das 5:5 hinnehmen. In der Folge gelang ihr aber das Break zum 6:5 und die 1:0-Satzführung. Im zweiten Durchgang lag sie ebenfalls voran, neuerlich gelang ihr bei 5:5 das entscheidende Break.

"Ich war oft zu kurz, aber in den wichtigen Situation ist es mir immer gelungen", meinte Meusburger. "Ich habe sie bei 5:5 gebreakt, das hat mir mental geholfen, das hat sie schon ein bisschen geknickt."

Im Kampf um ihr zweites Halbfinale auf der Tour trifft die 26-jährige Nummer 89 der Welt auf die Lettin Anastasija Sevastova, Nummer 8 des Turniers. Sie spielt erstmals in einem Turnier gegen sie, kennt sie aber vom Training in Seefeld. "Wird vielleicht ein bisschen angenehmer als die Runde jetzt. Ich kann wieder gut in die Partie reingehen, habe nichts zu verlieren. Ich muss mich trauen und aggressiv sein."

Meusburger freut sich über die Tatsache, dass mit Patricia Mayr eine weitere Österreicherin noch im Bewerb ist. Von der Positionierung im Tableau wäre sogar ein österreichisches Finale möglich. "Ja, das wär' natürlich Hammer, aber es ist noch ein weiter Weg."

Bereits zuvor hatte sich überraschend Andrea Petkovic, die Vorjahresssiegerin und Nummer 1, schon in der zweiten Runde verabschieden müssen. Die Deutsche war nach dem 2:6,5:7 gegen die Französin Alize Cornet sehr verärgert, zertrümmerte unmittelbar nach dem Match einen Schläger. "Alize hat schon so gutes Tennis gespielt wie in alten Zeiten. Ich habe nicht mein bestes Tennis gezeigt, hatte aber im zweiten Satz trotzdem meine Chancen", meinte Petkovic unter Tränen. Sie ist wirklich gerne in Bad Gastein, daher tat die Niederlage doppelt weh.

Für Patricia Mayr vielleicht keine schlechte Nachricht. Sie hatte sich im ersten Spiel des Tages nach einer ausgezeichneten Leistung über die als Nummer 7 gesetzte Tathiana Garbin aus Italien hinweggesetzt. Nach 89 Minuten hieß es 6:3,6:4.

"Ich bin zum Schluss ein bisserl nervös geworden, aber ich habe mich nochmals fokussiert und es souverän fertig gebracht", freute sich Patricia Mayr über ihr zweites Viertelfinale im Gasteinertal nach 2008. Sie zeigte über weite Strecken sehr gutes, aggressives Sandplatztennis und ging auch mit dem nötigen Selbstvertrauen in das Match gegen die Nummer 72 der Welt.

Überrascht über ihre Performance war sie nicht. "Ich habe gewusst, wenn ich meine beste Leistung abrufen kann, dann schlage ich ohne weiteres eine Garbin. Nur muss ich sie abrufen, weil sie kann auch sehr gut Tennis spielen."

Gegen Cornet wird Mayr freilich noch einen Gang zulegen müssen. "Ich bin einmal mit dem Viertelfinale sehr zufrieden. Es ist alles drinnen, ich fühle mich unglaublich stark und sehr wohl." (APA)