Pedale abschrauben ist eine Möglichkeit der Diebstahlsicherung.

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Kevin Scott hat eine andere Idee ...

Foto: Tony Kyrriacou/Rex Features

... und wickelt sein Rad einfach um eine Laterne.

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Es eh schon eilig haben und dann draufkommen, dass das Fahrrad, das man vor wenigen Stunden genau hier abgestellt hat, nicht mehr da ist, fühlt sich wohl so an, wie die Watschen, die Armin Assinger fürs Nebeneinanderfahren kassiert hat. Jürgen kennt das Gefühl von der Fahrrad-Weg-Seite her. Seit damals schleppt er sein Fahrrad. In der Früh von der Wohnung runter auf die Straße, dann etwas später über die Stiegen ins Büro, wo es so steht, dass er es vom Schreibtisch aus sehen kann.

Einer meiner Nachbarn hat eine ähnliche Lösung gefunden, um sein Fahrrad vor Diebstahl zu sichern. Er hat es im Keller, in sein Kellerabteil gesperrt. Nachteil dieser Methode dürfte sein, dass es ziemlich mühsam ist, das Rennrad dort wieder rauszuholen und über die Stiege nach oben zu schleppen. Das dürfte der Grund dafür sein, warum sein fesches Racebike schon von einer ansehnlichen Staubschicht geschützt wird.

Was man ja des öfteren sieht, ist, dass jemand nach dem Abschließen des Fahrrads den Sattel abmontiert und mitnimmt. Gelegentlich soll auch schon vorgekommen sein, dass derjenige, der das Rad abschloss, sich in mehreren Merkmalen von dem Typen unterschieden haben soll, der dann den Sattel mitnahm, was dazu führte, dass Besitzer von Rädern mit Schnellspannern für Räder gerne das vordere mitnehmen, nachdem sie das Radl abgeschlossen haben.

Unlängst, in Paris, montierte ein junger Mann die Pedale von seinem Fahrrad ab, bevor er es absperrte, und steckte diese in seine Tasche. "Natürlich dauert es länger, die Pedale abzuschrauben, als den Sattel rauszuziehen. Aber für einen fehlenden Sattel findet man schnell Ersatz, und man braucht ihn nicht unbedingt, um mit dem Fahrrad irgendwohin zu fahren. Zudem bekomme ich die Pedale viel leichter in meine Tasche als einen Sattel."
Außerdem ist es in seinem Fall immer noch schneller, wenn er die Pedale montiert und dann nach Hause fährt, als wenn er zu Fuß geht.

Eine andere Idee, das Fahrrad vor Diebstahl zu sichern, hatte der britische Designer Kevin Scott. Er wickelt sein Fahrrad einfach um einen Pfahl oder Radlständer und kann den Rahmen über ein Schloss direkt mit dem Rahmen zusammenhängen. Möglich ist das, indem der Rahmen seines Rades aus einzelnen Gliedern besteht, die an einem Seil hängen, das er über einen Mechanismus festziehen kann. Dabei verbinden sich die einzelnen Glieder so, dass man das Fahrrad ganz normal fahren kann.

Wer aber genau schaut, erkennt, dass der arme Kevin so zwar immer noch das Rad sein Eigen nennen kann, ihm die Bremsanlage aber schon päule gegangen ist. Das dürfte auch ein Schlag ins Gesicht sein, wenn man nicht schaut und erst draufkommt, dass keine Bremserei mehr am Radl ist, wenn wieder einmal vor einem eine Autotür aufspringt.