New York - In der westsudanesischen Krisenregion Darfur hat es nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Wochen so viele Tote wie seit Jahren nicht gegeben. Die Sicherheitslage habe sich deutlich verschlechtert, sagte UN-Sonderbeauftragter Ibrahim Gambari am Dienstag vor dem Sicherheitsrat in New York. Nach Angaben der US-amerikanischen UN-Botschafterin Susan Rice war der Mai der "verheerendste Monat" im Sudan seit Beginn der UNAMID-Mission. Die gemeinsame Operation von Vereinten Nationen und Afrikanischer Union startete vor drei Jahren.

"Wir sind beunruhigt und sehr besorgt über die dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage in Darfur", sagte Rice. Im Mai seien etwa 400 Zivilisten getötet worden, im Juni noch einmal etwa 160 bei einem Bombardement durch die Regierung. "Diese sich verschärfende Situation ist inakzeptabel." Rice forderte von der sudanesischen Regierung volle Bewegungsfreiheit für die UNAMID-Kräfte und die humanitären Helfer.

Nach Gambaris Angaben gibt es aber gerade auf UN-Mitarbeiter immer mehr Angriffe. "Die Friedensschützer werden ausgeraubt, entführt oder ermordet." Solche Angriffe müssten als Kriegsverbrechen gewertet werden. Zuletzt sei erst am Montag ein russischer Hubschrauber entführt worden. Einen Tag später seien drei der vier Crewmitglieder wieder in Sicherheit gewesen, der Kommandant und die sudanesischen Passagiere seien aber nach wie vor in der Hand der Entführer. (APA/dpa)