Wien - Ein bettlägeriger Mann ist in Wien-Brigittenau mit einem von Fliegenmaden zerfressenen Körper in seinem Bett aufgefunden worden. Die Freundin des Mannes hat gegen 14.50 Uhr den Rettungsdienst in den Otto-Haas-Hof in der Winarskystraße geholt, weil ihr 61-jähriger Freund unter akuter Atemnot litt. Der Mann hatte vor Jahren einen Schlaganfall erlitten und war halbseitig gelähmt. Er wurde seitdem von Astrid Sch. gepflegt. Die Frau wurde festgenommen.

Bei ihrer Befragung gab die Frau an, dass sie mit der Betreuung des Mannes nicht zurecht gekommen ist. Der Sohn des Mannes sagte aus, er habe sich auf die Lebensgefährtin des Vaters verlassen.

Pflege verweigert

Der 61-Jährige hätte zuletzt verweigert, sich pflegen zu lassen und habe unter starken Stimmungsschwankungen gelitten. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Lebensgefährtin psychische Probleme haben könnte. Dafür spricht unter anderen, dass die Wohnung in einem extrem verwahrlosten Zustand war. Der Mann ist nach einer ersten Obduktion an Herz-Kreislaufversagen gestorben.

Dass die Maden auch in die Lunge von Peter G. eingedrungen sind und somit den Tod mitverursachten, konnte die Polizei am Mittwochabend nicht bestätigen. "Es wird aber noch weitere Untersuchungen geben", sagte Sprecherin Iris Seper. Die Freundin des 61-Jährigen wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Ihr droht eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung. (APA)