Die alte ...

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... und die neue Seite.

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Von den verschlungenen Wegen, komplizierten Suchparametern und unübersichtlichen Kategorisierungen der Homepage des österreichischen Parlaments kann jeder Innenpolitik-Journalist ein Lied singen. Nicht nur, aber auch für die hat sich die Parlamentsdirektion entschlossen, einen Relaunch des Portals www.parlament.gv.at in Angriff zu nehmen.

„Dynamischer, bürgernäher und transparenter" und außerdem barrierefrei soll die Seite sein, die im September 2010 online gehen wird, der Probebetrieb läuft bereits.
Vor allem die Suche soll nutzerfreundlicher werden, eine Usability-Studie zeigte 2008, dass besonders dort Probleme lagen. Außerdem wurde die hierarchische Struktur der Seite deutlich verschlankt und vereinfacht. Nettes Extra: Ein Ampelsystem zeigt an, an welchem Punkt des parlamentarischen Verfahrens sich Gesetze gerade befinden.

Abwarten bei Web 2.0

Ins Web 2.0 oder Social Networks will sich das Parlament nicht wagen, auch Userforen auf der Homepage sind nicht geplant. Das sei einerseits eine Kostenfrage, andererseits auch eine bewusste Entscheidung. „Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau", so Parlamentsdirektor Georg Posch. Die Erfahrungen mit „dialogischen Instrumenten" , bei denen User sich direkt beteiligen können, seien außerdem „nicht ausschließlich positiv". Parlamentspräsidentin Barbara Prammer wies darauf hin, dass für die dann zu erwartenden politischen Meinungsäußerungen die Parlamentsdirektion nicht der richtige Ansprechpartner sei, sondern die Klubs der Parteien.

Wer wissen will was die neue Homepage kostet, muss sich noch einmal mit der Suche der alten quälen. In einer online verfügbaren Anfragebeantwortung  nennt das Parlamentspräsidium folgende Zahlen: Die Kosten für die Homepage inklusive Lizenzgebühren für die Volltextsuche summieren sich auf stolze 411.613 Euro. Kritik daran kam von der FPÖ - Generalsekretär Herbert Kickl hat bei der Staatsanwaltschaft im Juni eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht und vermutet bei Prammer Amtsmissbrauch oder der Untreue. (az, derStandard.at, 29.7.2010)