Wien - Beim Flughafen Wien sind im Zusammenhang mit dem Finanzdesaster beim Terminal Skylink erneut Büroräumlichkeiten durchsucht worden. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Korneuburg wurde am Donnerstag das Büro eines hochrangingen Mitarbeiters der Bauabteilung durchsucht, berichtet "Die Presse" in ihrer Samstag-Ausgabe. Bei einer Razzia im Mai hatte das Landeskriminalamt Niederösterreich Kisten mit brisantem Material gefunden. Den neuerlichen Besuch des LKA am Flughafen bestätigte der Leiter der Staatsanwaltschaft Korneuburg, Karl Schober, der Zeitung. Das Büro sei versiegelt und der Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden.

In Sachen Skylink knöpft sich die Staatsanwaltschaft laut Schober vor allem den Bauablauf des neuen Terminals vor, speziell geht es um das Projektmanagement und den Innenausbau. Der nun suspendierte Flughafen-Mitarbeiter, dessen Name der Zeitung bekannt ist, war von Skylink-Baubeginn 2005 an bis 2009 der vom Airport abgestellte Projektleiter. Ihm wird laut "Presse" dem Vernehmen nach vorgeworfen, er habe seine Funktion benutzt, um sich privat Vorteile zu verschaffen - es gilt die Unschuldsvermutung. Skylink sollte ursprünglich 400 Mio. Euro kosten und zur Fußball-EM 2008 in Betrieb gehen. Jetzt ist von 830 Mio. Euro die Rede, die Inbetriebnahme ist für Mitte 2012 geplant. In der Bauaffäre wird unter anderem wegen des Verdachts der Untreue, des Betrugs und der Bilanzfälschung ermittelt.

Außer in den Büroräumlichkeiten sind auch zwei Privathäuser des früheren Skylink-Projektleiters in Niederösterreich durchsucht worden, berichtet die "Kronen Zeitung". Die Beweise gegen den Ingenieur seien erdrückend: Man habe Rechnungen gefunden, die belegen würden, dass sich der Verdächtige mit privaten Mega-Rabatten habe bestechen lassen, so die Zeitung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Laut "Krone" soll das Schmiergeld in Form eines Hausumbaus geflossen sein. So habe der Manager etwa statt 12.000 Euro nur 3.000 Euro pro Fenster zahlen müssen. Im Visier steht dem Bericht zufolge jene Baufirma, die einst den Zuschlag für den Skylink-Innenausbau bekam. Die Kosten explodierten damals um mehr als das Doppelte von 44 auf 100 Mio. Euro. Der Ex-Projektleiter ist wie berichtet nach den Durchsuchungen von Donnerstag mit sofortiger Wirkung dienstfrei gestellt worden. (APA)