Der Elektroantrieb wird durch die Fokussierung auf die Leistungsfähigkeit der Batterie alleine wohl kaum eine Chance haben. Physik und Chemie setzen die Grenzen. Die Batterie ist letztendlich immer noch deutlich zu groß und zu schwer. Vielleicht kann man den Energieinhalt einer Batterie durch den Einsatz von viel Hirnschmalz noch verdoppeln, aber niemand wird wohl neue Elemente mit wundersamen Talenten aus dem Periodensystem hervorkratzen können.

Die Sache muss also gründlicher angegangen werden. Bisher haben die Fähigkeiten des Automobils zu einer eigendynamischen, beinahe ziellosen Entwicklung geführt, denn da, wo wir jetzt stehen, nämlich im Stau und in der CO2-Falle, wollte doch keiner hin.

Im größten Handicap der Elektromobilität, nämlich im geringen Speichervermögen der Batterien, liegt auch die größte Chance. Sie zwingt uns nämlich, das Thema Mobilität neu zu entwerfen und damit zu beginnen, Ziele zu definieren und den dazu passenden Mix an Verkehrsmitteln bereitzustellen. Und nicht Autos in die Welt zu setzen, und weil die so flexibel sind, gleich noch Shopping-Citys in die Pampa und Lebensmittelmärkte zwischen die Orte statt ins Zentrum zu stellen. Und wer keinen Wagen hat, hat verloren. Denn eine kluge Raumplanung ist eine Voraussetzung für kurze Wege.

Das fördert unsere Lebensqualität und kommt auch der neuen Technologie entgegen. Was nicht das Ziel sein kann: dass das Elektroauto bloß für Drittwagenbesitzer zum Viertauto wird.

Anderes Aussehen

Aber auch die Fahrzeuge selbst werden anders aussehen. Der Verwendungszweck wird stärker als heute die äußere Form bestimmen und der Zwang zu schlankerer Bauweise und eine völlig neue Konfiguration des Antriebsstranges wird auch die inneren Qualitäten verändern, vom Layout des Fahrzeugs bis hin zur Werkstoffwahl. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/Printausgabe, 3.9.2010)