Genf - Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen der radikalislamischen Shebab-Miliz sind in den vergangenen zwei Wochen in der somalischen Hauptstadt mindestens 230 Zivilisten getötet worden. Wie eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) am Dienstag in Genf sagte, wurden mindestens 400 Menschen verletzt und 23.000 weitere aus ihren Häusern vertrieben. Das Flüchtlingshochkommissariat sei angesichts der weiteren Verschlimmerung der Lage in Mogadischu "alarmiert", sagte Melissa Fleming.

Vor der Gewalt in der somalischen Hauptstadt flohen dem UNHCR zufolge in diesem Jahr bereits 200.000 Menschen. Mittlerweile seien die Straßen in Mogadischu verwaist, sagte Fleming. Die in der Stadt verbliebenen Menschen hätten Angst, auf die Straßen zu gehen und versuchten ihre letzten Habseligkeiten gegen einen Platz an Bord von Bussen einzutauschen, die Mogadischu verlassen.

Ende August hatte die radikalislamische Shebab-Miliz, die sich offen zum Terrornetzwerk Al-Kaida bekennt, eine Offensive gegen die Regierungstruppen und die Soldaten der Friedensmission der Afrikanischen Union (AMISOM) gestartet und dabei weitere Teile Mogadischus unter ihre Kontrolle gebracht. Seit fast zwei Jahrzehnten herrscht in Somalia Bürgerkrieg, die derzeitige Regierung des ostafrikanischen Landes hält sich nur mit Mühe an der Macht. (APA/AFP)