Zum Winterende zeigt die in London beheimatete Jasmin Vardimon Company ihr neuestes Stück 7734 (26.2.2011). Thema ist der Überlebenswille des Menschen im Angesicht von selbst verschuldeter Zerstörung. In den Kreationen der Choreografin spielen neben dem Tanz auch mitreißende Musik, erzählerische Momente und aufwändige Bühnenbilder eine wichtige Rolle. Diesmal werden die Auswüchse der Wegwerfgesellschaft visuell dominieren und ein eigens in Auftrag gegebener Text der Dramatikerin Pamela Carter die Richtung weisen.

Animalischer gestaltet sich der Überlebenskampf in Food Chain (1.4.2011). Obwohl die Bühne im Tanzstück von Grayson Millwood und Gavin Webber von der australischen Splintergroup wie für ein düsteres Gute-Nacht-Märchen mit Natur-Versatzstücken und ausgestopften Tieren zurechtgemacht erscheint, entpuppt sich Familie Petz als Camper-Horror, und der Mensch wird zu ihrem Spielzeug.

Die Australier haben zudem erneut Edgar, ihr Stück für Publikum ab sechs Jahren, mitgebracht (15. und 16.4.2011). Darin geben Grayson Millwood und Claudia de Serpa Soares eine große und eine kleine Version dieses Edgar, der in einer Welt aus Kartons und magischen Gurkengläsern zu märchenhaft altmodischen Zweikämpfen mit sich selbst und um die Gunst des Publikums antritt. Als Österreich-Premiere und ebenfalls für junges Publikum zeigt die deutsche Choreografin und Künstlerin Stephanie Thiersch mit ihrer bunt gemischten Tänzertruppe ZauberEi (18.3.2011). Bunt sind auch die Kostüme und lustig-verrückt die Ideen der Bewohner eines kleinen, fiebernden Planeten, wenn sie versuchen, ihn vor dem Kollaps zu bewahren. Comichafte Animationen runden das Treiben auf der Bühne ab.

Im Mai werden Manfred Aichinger und Nikolaus Selimov wieder ihre Auswahl an heimischem Tanzschaffen im Rahmen des Festivals „Österreich tanzt“ präsentieren. (Bettina Hagen, DER STANDARD, Printausgabe, 16.9.2010)