Josef Ernst Köpplinger geht Ende August 2012.

Foto: Andy Urban

Klagenfurt - Nicht einmal fünf Jahre hielt es Josef Ernst Köpplinger, Nachfolger des verstorbenen Intendanten Dietmar Pflegerl am Klagenfurter Stadttheater. Am Freitag beschloss der gemeinsame Theaterausschuss von Stadt Klagenfurt und Land Kärnten erneut die Neuausschreibung der Intendanz. Köpplinger hat seinen bis 2012 laufenden Vertrag nicht mehr verlängert.

Weit weniger streitbar gegenüber der Kärntner politischen Obrigkeit als sein Vorgänger Pflegerl, dürfte Köpplinger nicht ungern dem Ruf des Münchner Staatstheaters am Gärntnerplatz folgen. Musste er doch für das Klagenfurter Stadttheater zunächst mit massiven Kürzungen rechnen, die Kulturreferent Harald Dobernig (FPK) im Ausmaß von 20 Prozent für sämtliche Kärntner Kulturbereiche angekündigt hatte. Das hätte wohl zu tief ins künstlerische Fleisch des Klagenfurter Musentempels geschnitten. "Eine Utopie" wie Dobernig sogar selbst bemerkte. Er schlug schließlich eine Kürzung des Theaterbudgets (15,2 Mio.) um fünf Prozent vor - bei 80 Prozent fixen Personalkosten. Damit würde künftig eine Produktion fallen sowie der Dramatikerwettbewerb.

Festgelegt wurde auch die neue "Findungskommission" für die Köpplinger-Nachfolge: Neben Volksoper-Chef Robert Mayer und Brigitte Fassbaender, die schon Köpplingers Bestellung mitentschieden hatte, sollen Pflegerls rechte Hand in Besetzungsfragen, Heide Rabal, und der ehemalige Grazer Opernintendant Jörg Koßdorff die Auswahl vor dem politischen Sanktus treffen. Ein sechstes Jurymitglied wird noch gesucht. Martin Kusej, Regie-As und designierter Intendant des Münchner Residenztheaters, hatte ja mit Verweis auf den "Dilettantismus" in der Kärntner Kulturpolitik abgelehnt.

Als mögliche Bewerber (bis jetzt gibt es zwölf Anfragen) gelten Christoph Wagner-Trenkwitz, Moderator, Conferencier und Direktoriumsmitglied der Volksoper, aber auch Regisseur Michael Sturminger, der nach Pflegerls Tod mit Köpplinger in die Endauswahl gekommen war. Mit Michael Weger, Intendant der Studiobühne Villach, und Stefan Zoltan, Ex-Pflegerl-Pressesprecher, dürften auch Kärntner Bewerbungen zu erwarten sein. Für den Posten des Verwaltungdirektors (Horst Plessin geht in Pension) soll Dobernig Kulturamtsleiterin Erika Napetschnig favorisieren. Ob sie sich bis 30. 9. 2010 bewirbt, ist offen. (Elisabeth Steiner/ DER STANDARD, Printausgabe, 18./19.9.2010)