Ausschnitt aus dem mit "Höllenfeuer" bedrohten Cartoon – im Vollbild z.B. unter www.islam-europe.info

Grafik: Norris

Seattle - Nach milde satirischen Zeichnungen bezüglich des islamischen Propheten Mohammed ist eine Karikaturistin in Seattle auf Anraten der Polizei untergetaucht. Die US-Bundespolizei FBI habe Molly Norris geraten, die Wohnung zu wechseln, ihren Namen zu ändern und ihre alte Identität auszulöschen. Grund sei ein religiöses Gutachten, das im Sommer veröffentlicht wurde. Der jemenitisch-amerikanische Geistliche Anwar al-Awlaki hatte erklärt, Norris sei ein Hauptziel und verdiene das Höllenfeuer.

Der Chefredakteur der "Seattle Weekly", Mark Fefer, schrieb in der Ausgabe vom Mittwoch, der Comic von Norris werde nicht länger erscheinen. "Sie ist praktisch in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen worden, allerdings, wie sie betont, ohne dass die Regierung die Rechnungen zahlt", schrieb Fefer.

Norris hatte in ihrem Cartoon Ende April den 20. Mai 2010 zum "Everybody Draw Mohammed Day" erklärt. Sie erläuterte, sie habe mit dem Aufruf auf eine Kontroverse um die Zeichentrickserie "South Park" reagiert. Darin war Mohammed in einem Bärenkostüum dargestellt worden, woraufhin die Produzenten Drohungen erhalten hatten. (APA)