Innsbruck - Rund 250 Studierende der Haller Privatuniversität Umit können ihren Doktortitel um 3300 Euro pro Semester im Fach Gesundheitswissenschaften nun nicht mehr machen. Der Umit wurde - wie berichtet - für dieses Studium die Zulassung entzogen. Als Begründung hatte der zuständige Akkreditierungsrat (ÖAR) angeführt, dass "angesichts der großen Zahl der Studierenden keine geeignete qualitative Betreuung in allen Phasen des Studiums gegeben sei". Warnungen aus dem Ministerium soll es offenbar immer wieder gegeben haben: Es gebe seit längerem an der Umit zu wenige Professoren für zu viele Studenten. Auch der Landesrechnungshof stellte fest: zu teuer, zu wenig Studenten, zu wenig Foschung. Das Dienstverhältnis des Studiengangsleiters für Human- und Wirtschaftswissenschaften, Roland Staudinger, wurde noch am Mittwoch aufgelöst. Staudinger will nicht Buhmann sein: Er habe immer vor zu großen Studierendenzahlen gewarnt. Das Land habe aber nicht reagiert.

Um einen größeren Imageschaden zu verhindern, wird vom Land als 100-Prozent-Eigentümer der Tilak-Tochter Umit hektisch an einer Übergangslösung gearbeitet. Umit-Rektorin Christa Them muss nun ehestmöglich das Doktoratsstudium reformieren.

Mit im Boot: die Med-Uni Innsbruck. Deren Rektor Herbert Lochs sagte dem Standard, dass nicht die Studierenden die Leidtragenden sein dürften. Daher wolle die Med-Uni zeitnah helfen und unterstützen. Einziges Problem: Das Studium der Gesundheitswissenschaften wird an der Med-Uni nicht angeboten. 

Oppositionskritik: Bernhard Tilg (ÖVP) nehme jetzt die "Rolle des Opferlammes" ein, war aber vor der Berufung zum Wissenschafts-Landesrat Rektor der Umit, kritisiert etwa der Grüne Gebi Mair. Der VSSTÖ bezeichnet die Umit als "Titelkaufhaus". (ver/DER STANDARD Printausgabe, 20.9.2010)