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Ein israelischer Soldat wurde von Aktivisten auf dem Schiff niedergeschlagen. Die Schüsse der Soldaten sollen eine Reaktion auf den gewaltsamen Widerstand gewesen sein, sagt die israelische Armee.

Foto: REUTERS/Adem Ozkose/Gercek Hayat Magazine via IHH/Handout

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Download: der Bericht der Expertenkommission des UN-Menschenrechtsbeirats (426 KB)

Genf - Eine Untersuchungskommission des Uno-Menschenrechtsrats hat Israel schwere Verstöße gegen Völkerrecht und Menschenrechte bei dem Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte im Mai vorgeworfen. Das Vorgehen sei unverhältnismäßig gewesen und habe "ein nicht zu akzeptierendes Maß an Brutalität erkennen lassen", heißt es in einem am Mittwoch vorgelegten 56-seitigen Bericht.

Zudem sei die israelische Seeblockade des Gazastreifens rechtswidrig. Bei der Erstürmung der Mavi Marmara, die Hilfsgüter nach Gaza bringen sollte, waren am 31. Mai in internationalen Gewässern im Mittelmeer neun türkische Aktivisten getötet worden.

Die israelische Regierung weist den Menschenrechtsrat und dessen Gaza-Kommission als voreingenommen zurück. Das Gremium ist nicht zu verwechseln mit dem von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon einberufenen. Der Bericht der vom neuseeländischen Ex-Premier Geoffrey Palmer geleiteten Kommission steht noch aus.

Auch Israel selbst hat seine eigene Gaza-Untersuchungskommission, deren Chef Jacob Turkel laut Haaretz in Kürze einen Bericht vorlegen will. Ein Mitglied der Gruppe, der 93-jährige bekannte Völkerrechtler Shabtai Rosenne, verstarb am Dienstag.

Indes ist ein Schiff von der Organisation "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" zum Auslaufen nach Gaza bereit, von welchem Hafen aus, wurde nicht bekanntgegeben. Die jüdischen Aktivisten seien jedoch bereits an Bord, hieß es. (dpa, red/DER STANDARD, Printausgabe, 24.9.2010)