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Vor lauter Dreck ist vom eigentlichen Fluss fast nichts mehr zu sehen: Was in Terry Pratchetts Beschreibung des Flusses Ankh noch witzig klingt, ist beim Citarum auf Java hässliche Realität.

Foto: AP Photo/Kusumadireza

London - Flüsse sind wichtige Trink- und Nutzwasserspeicher für den Menschen und Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten. Ihr Zustand ist weltweit allerdings schlecht, schreibt ein internationales Forscherteam, das Karten für eine Gesamtübersicht erstellt hat. Darin wird gezeigt, wo die Schäden durch Abwässer aus der Landwirtschaft, Verschmutzung oder eingeschleppte Arten am größten sind. Zusätzlich zeigen die Forscher im Fachmagazin "Nature" auf, wo mit welchem Erfolg investiert wird, um diesen Schäden entgegenzuwirken.

Die Forscher um Charles Vörösmarty von der Stadtuniversität von New York und Peter McIntyre von der Universität Wisconsin haben räumlich hoch aufgelöste Weltkarten vom Gefährdungszustand der Flüsse mit Hilfe eines neu entwickelten Computerprogramms gezeichnet. Sie führten insgesamt 23 verschiedene Faktoren zu einem Index zusammen, um einen möglichst umfassenden Überblick über den Zustand der Fließgewässer zu liefern. Eines der ernüchterndsten Ergebnisse: Nach ihrer Analyse leben mit etwa fünf Milliarden Menschen fast 80 Prozent der Weltbevölkerung im Einzugsbereich belasteter Flüsse.

Differenziertes Bild

Starke Verschmutzungen treten vor allem in menschlichen Ballungsräumen auf, die typischerweise nahe der Mündung liegen. In unbesiedelten Gebieten wie im Amazonas-Regenwald kann die Wasserqualität ansteigen, weil Schadstoffe verdünnt werden oder sich am Grund absetzen.

Die Forscher zeigen auf, dass in Ländern mit hohem Einkommen viel Geld in die Verbesserung der Wasserqualität gesteckt wird, ohne jedoch die globalen Ursachen zu bekämpfen. Dies erhöhe einerseits die Kluft zwischen armen und reichen Ländern, andererseits verschärfe es den Konflikt zwischen menschlicher Nutzung und dem Schutz der Artenvielfalt.

Um Konflikte zu vermeiden, sollte zukünftig vorausschauender geplant werden. So könne der Erhalt von Flussauen Überschwemmungen entgegenwirken und der Schutz von Wassereinzugsgebieten eine teure Aufbereitung von Trinkwasser überflüssig machen. (APA/red)