Berlin - Selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen ist Ausdruck einer starken seelischen Belastung und kann Zeichen einer psychischen Erkrankung sein. Das Informationsportal kinderpsychiater-im-netz.de stellt einen Online-Test zur Verfügung, der Eltern und Angehörigen dabei helfen soll, Anzeichen zu erkennen, die möglicherweise auf selbstverletzendes Verhalten (SVV) hinweisen. Da SVV meist Suchtcharakter besitzt und einige betroffene Jugendliche auch ein erhöhtes Selbstmordrisiko haben, ist es wichtig, die Notsignale frühzeitig zu erkennen.

"Eltern, Lehrer und Freunde, denen Hinweise auf solche Verhaltensweisen bei Jugendlichen auffallen, sollten das Gespräch mit ihnen suchen", rät Maik Herberhold vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (BKJPP). Autoaggressiven Menschen könne mit einer Psychotherapie geholfen werden.

"Selbstverletzungen bieten den Betroffenen ein Mittel gegen den inneren Druck. Sie dienen oftmals als Fluchtmittel in einen beruhigenden Zustand. Auch nutzen Betroffene den Schmerz, um sich selbst zu spüren oder seelische Schmerzen mit körperlichem Schmerz zu überdecken", erklärt Herberhold. Oft finde eine Gewöhnung statt, die extremere Selbstverletzungen nach sich ziehe, etwa tiefere Schnitte oder großflächigere Verbrennungen. Seelische Störungen können dabei mangelndes Selbstwertgefühl, die Unfähigkeit, Gefühle auszudrücken, Depressionen, Ess- Zwangs- oder Angststörungen sein. (APA)