Sulaimaniya - In ihrer neuen Rolle als Königsmacher in der irakischen Politik haben die kurdischen Abgeordneten über eine Unterstützung von Nuri al-Maliki beraten, die dem Ministerpräsidenten eine zweite Amtszeit ermöglichen würde. Erwartet wird, dass sie dafür entscheidende Zugeständnisse aus Bagdad fordern, darunter mehr Einfluss auf die Verteilung des Ölreichtums im Norden des Landes. Die Abgeordneten wollten am Samstag zu einer ersten Beratung zusammenkommen, sagte ein Gewährsmann.

Maliki war seinem Ziel einer weiteren Regierungsbildung am Freitag einen großen Schritt nähergekommen, als ihm der einflussreiche schiitische Prediger Muktada al-Sadr seine Unterstützung zugesagt hatte. Sadr und dessen antiamerikanischer Gruppierung muss Maliki dafür ebenfalls Zugeständnisse machen. Auch mit dem Geistlichen hinter sich hat er allerdings noch immer keine parlamentarische Mehrheit.

Es wird zwar vermutet, dass die kurdischen Politiker im halbautonomen Norden des Landes Maliki unterstützen. Nach einer Einigung könnte es jedoch noch Wochen dauern, bis ein Kabinett steht, das für alle rivalisierenden Gruppen akzeptabel ist. Aus der Parlamentswahl im Irak am 7. März war das Wahlbündnis des säkularen Schiiten Iyad Allawi als Sieger hervorgegangen, es verfügt jedoch über keine Mehrheit im Parlament. (APA/dapd)