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Ferragamo-Schuhe

Foto: AP

Mailand - Den besten Beweis, dass Italiens Luxusindustrie die Krise überwunden hat, liefert Schuhhersteller Tod's. Diego Della Valle, Inhaber von Tod's, hat den Aktionären eine Sonderdividende von 3,5 Euro angekündigt. Das Ergebnis des ersten Halbjahres lag mit einem Umsatz von 377,5 Mio. Euro und einem Gewinnplus von 22 Prozent auf 52,4 Mio. Euro über den Erwartungen. Della Valle gilt als Trendsetter für die Branche.

Als der Großteil der italienischen Luxusmodebetriebe die Produktion ins Ausland verlagerten, blieb der Schuhmacher Mittelitalien dem "made in Italy" treu. Mit einem Kultfilm (er kombiniert Ballett-Tänzer des Opernhauses La Scala mit der Fertigung der Tod's Schuhe) macht Della Valle Werbung im Ausland und sponsort die Scala auf der Tournee in China und Japan.

Investoren zeigen Interesse

Auch Prada und Armani haben im ersten Halbjahr kräftige Umsatzsteigerungen verbucht. Beim Florentiner Modehaus Ferragamo wird das ad acta gelegte Projekt Börsengang aufgefrischt. Bereits im ersten Halbjahr 2011 könnte es so weit sein. Konkretes Interesse für das Imperium des vor drei Jahren verstorbenen Designers Gianfranco Ferré haben die Koreaner gezeigt. Der US-Fonds Prodo Capital Management, an dem Samsung wesentlich beteiligt ist, habe ein Übernahmeangebot gelegt. Laut unternehmensnahen Kreisen habe auch ein russischer Fonds und die italienische Palladio Finanziario Interesse für das Modeunternehmen bekundet.

Der Umsatz des Modesektors hat nach einem zweijährigen Rückgang im ersten Halbjahr um 4,4 Prozent zugenommen. Im Gesamtjahr soll er um 6,5 Prozent gegenüber 2009 wachsen, auf 60,2 Mrd. Euro. Für 2011 wird mit einem Plus von acht Prozent gerechnet. Die Rekordzahlen der Jahre 2007 (70 Mrd.) und 2008 (67 Mrd.) werden aber auch im kommenden Jahr kaum erreicht werden. (Thesy Kness-Bastaroli, DER STANDARD, Printausgabe, 6.10.2010)