Vancouver - Der Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili am 12. Februar, nur wenige Stunden vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Vancouver, war ein tragischer Unglücksfall nach einer Verkettung unglücklicher Umstände. Zu diesem Ergebnis gelangte 235 Tage nach dem Unfall ein Untersuchungsausschuss unter dem Vorsitz des kanadischen Gerichtsmediziners Tom Pawlowski.

Der Rodelweltverband (Fil) hatte ein Jahr vor den Spielen vor zu hohen Geschwindigkeiten auf der Olympia-Bahn in Whistler gewarnt. Im Untersuchungsbericht wird zudem eine Unfallserie vom November 2009 als Beweis angeführt, dass die Bahn nur für erfahrene Athleten geeignet gewesen sei. Als maßgebliche Ursache für Kumaritaschwilis Tod nennt Pawlowski deshalb die mangelnde Erfahrung des 21-jährigen Georgiers, der bei seiner 26. Fahrt in Whistler bei Tempo 145 aus der Bahn geflogen war.

Kumaritaschwilis Vater David akzeptiert das Untersuchungsergebnis nicht: "Nodar hätte nicht an den Spielen teilnehmen dürfen, wenn er zu wenig Erfahrung gehabt hätte." (sid, red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 6.10. 2010)