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Chinas Premier Wen Jiabao hält nichts von der Forderung der EU nach einer Aufwertung der chinesischen Währung Yuan.

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Bei gleich zwei Gipfeltreffen auf höchster politischer Ebene hat die Europäische Union am Mittwoch ihre Wirtschaftsbeziehungen zu Asien zu verbessern versucht. Am Vormittag traf der südkoreanische Präsident Lee Myung-Bak mit EU-Präsident Herman Van Rompuy zusammen. Die beiden unterzeichneten das vor kurzem fertiggestellte Freihandelsabkommen.

Während Lee von nur geringen negativen Effekten ab Mitte 2011 ausgeht und durch das Abkommen eine zusätzliche Steigerung des Wachstums um 5 Prozent erwartet, betonte Van Rompuy die Bedeutung von Südkorea als Land, das "stabile, pluralistische Demokratie in Asien" sei. Er forderte Lee zur Abschaffung der Todesstrafe auf. Beide forderten Nordkorea zum Verzicht auf seine Atomprogramm auf. Wesentlich schwieriger und distanzierter spielte sich dann der EU-China-Gipfel ab, zu dem Ministerpräsident Wen Jiabao angereist war - nach seiner Teilnahme am Asem-Treffen tags zuvor in der EU-Hauptstadt, bei dem er die Forderungen der Euroländer nach Aufwertung der chinesischen Währung Yuan kühl abgelehnt hatte.

Fragen des fairen Wettbewerbs, des besseren Zugangs für die Europäer zu Aufträgen der öffentlichen Hand in China waren Hauptthema. China müsse die Praxis der Produktpiraterie, des Technologiediebstahls beenden. Die Kommission will prüfen, ob sie eine härtere Gangart einschlägt, sagte Außenhandelskommissar Karel de Gucht, "wir müssen Gegenseitigkeit einfordern, weil wir nicht naiv sein dürfen". Kommissionschef José Manuel Barroso sieht die Beziehungen als "entscheidend" für die Weltwirtschaft. (Thomas Mayer aus Brüssel/DER STANDARD, Printausgabe, 7.10.2010)