Wien - Die europäischen Leitbörsen haben am Freitag ohne klare Richtung geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 notierte zu Börsenschluss mit minus 0,05 Prozent bei 2.785,43 Punkten.

Für Unsicherheit sorgte zum Wochenausklang der schwach ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht. Auf Monatssicht ist die Zahl der Beschäftigten um 95.000 zurückgegangen. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Beschäftigungsniveau gerechnet. Im privaten Sektor legte die Beschäftigung zwar um 64.000 Stellen zu, im öffentlichen Sektor sank sie aber um 159.000 Arbeitsplätze. Die ernüchternden Daten zum Arbeitsmarkt verstärken die Sorge um eine lediglich zaghafte Konjunkturerholung und machen eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Fed wahrscheinlicher, hieß es aus Marktkreisen.

Finanztitel gerieten am heutigen Handelstag mehrheitlich unter Druck. In London mussten Barclays-Aktien Kursverluste einbüßen. Die Herrscherfamilie des Golfstaates Abu Dhabi sichert ihre Beteiligung an der britischen Bank in einer Hedgingstrategie mit der Gegenpartei Nomura Holdings ab. Nomura verkaufte im Rahmen der Transaktion für rund 750 Mio. Euro Aktien des britischen Finanzinstituts. Der Kurs fiel um 2,24 Prozent auf 297,25 Pence. Die Papiere der Credit Suisse verbilligten sich nach einem negativen Analystenkommentar um 1,85 Prozent auf 42,40 Franken. Die Experten von Barclays hatten das Anlagevotum für die Schweizer Bank von "equal weight" auf "underweight" abgesenkt.

Am Ende des Euro-Stoxx-50 lagen die Papiere von Credit Agricole, die mit einem Abschlag von 2,27 Prozent bei 11,64 Euro notierten. Commerzbank-Aktien konnten sich dem Negativtrend entgegensetzen und verteuerten sich um 3,15 Prozent auf 6,35 Euro, nachdem das deutsche Institut die geplante Kapitalerhöhung auf das kommende Jahr verschoben hatte.

Für Aufsehen sorgten die Kursgewinne von Actelion. Das in Zürich gelistete Biotechnologieunternehmen profitierte von Übernahmegerüchten, die bereits gestern aufgekommen waren. Einem Pressebericht zufolge überlegt Actelion sich selbst zum Verkauf zu stellen. Die Aktien stiegen um 10,38 Prozent auf 49,34 Franken.

Aktien der Sage Group fielen 4,57 Prozent auf 269,60 Pence. Das britische Software-Unternehmen wurde von den Analysten der UBS von "neutral auf "sell" herabgestuft. Ebenfalls unter Verkaufsdruck kamen die Anteilsscheine von Amadeus IT. Den spanischen Anbieter von Online-Flugreservierungen belasteten größere Veräußerungen durch wichtige Aktionäre. Iberia und die Private-Equity-Firmen BC Partners und Cinven stießen insgesamt einen 10,2 Prozent-Anteil ab. Die Papiere sanken um 2,85 Prozent auf 13,48 Euro.

Börse     Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
Wien ATX 2.645,32 + 8,93 +0,34
Frankfurt DAX 6.291,67 + 15,42 +0,25
London FT-SE-100 5.657,61 - 4,5 -0,08
Paris CAC-40 3.763,18 - 7,29 -0,19
Zürich SPI 5.654,69 - 7,47 -0,13
Mailand FTSE MIB 20.750,74 + 58,84 +0,28
Madrid IBEX-35 10.720,80 - 19,50 -0,18
Amsterdam AEX 336,53 - 1,14 -0,34
Brüssel BEL-20 2.622,78 + 18,75 +0,72
Stockholm SX Gesamt 342,20 + 0,20 +0,06
Europa Euro-Stoxx-50 2.785,43 - 1,45 -0,05

 (APA)