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Wenn alle Christen so begeistert werden wie diese junge Engländerin mit aufgemalter Vatikan-Flagge, bräuchte es wohl keine Vatikanoffensive.

Foto: REUTERS/Dylan Martinez

Vatikanstadt - Papst Benedikt XVI. hat an der römischen Kurie ein Ministerium für Neuevangelisierung gegründet. Der neue "Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung" soll Wege und Mittel erarbeiten und einleiten, wie die christliche Botschaft in den säkularisierten Ländern wieder stärker verwurzelt werden könne. Das geht laut Kathpress aus dem "Motu Proprio" des Papstes hervor, das am Dienstag im Vatikan veröffentlicht wurde und nach seinen lateinischen Anfangsworten den Titel "Ubicumque et semper" (überall und immer) trägt. Die Kirche habe die Pflicht, immer, überall und mit stets geeigneten Mitteln das Evangelium Christi zu verkünden, unterstrich der Papst in dem Gründungsdokument.

Seit einigen Jahrzehnten zeichne sich in alten christlichen Ländern eine Loslösung vom Glauben ab. Wirtschaftliche Entwicklungen, Fortschritte in Technik und Wissenschaft, neue Lebensstile und verändertes Freizeitverhalten hätten die Gesellschaften und auch die religiöse Dimension des menschlichen Lebens verändert. Neben Fortschritten und Chancen dieser Entwicklungen für die Religion zeichne sich dabei ein "besorgniserregender Verlust an Sinn für das Heilige" ab, so der Papst.

Er beklagt, dass bisher selbstverständige Fundamente wie der Glauben an den Schöpfergott oder ein gemeinsames Verständnis menschlicher Grunderfahrungen wie Geburt Tod, Familienleben und Naturgesetze infrage gestellt würden. Darauf müsse die Kirche auf geeignete Weise reagieren.

Der neue Päpstliche Rat soll "Reflexionen über das Thema der Neuevangelisierung fördern, sowie Formen und Instrumente zu ihrer Umsetzung ermitteln und unterstützen", so das Dokument. An der Spitze der Behörde sollen ein Präsident im Rang eines Erzbischofs, ein Sekretär und ein Untersekretär stehen, ordnete der Papst an.

Die neue Einrichtung solle einen permanenten römischen Arbeitsstab erhalten. Sie solle über Mitglieder und Berater verfügen. Als Präsidenten hatte Benedikt XVI. bereits vor Monaten Erzbischof Rino Fisichella ernannt, den früheren Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben (PAV). (APA)