Schaffung eines Sicherheitsressorts und dessen Verknüpfung mit Integrationsagenden, Bevorzugung von österreichischen Staatsbürgern bei der Vergabe von Sozialwohnungen, Einführung eines eigenen Wachkörpers für Wien - der blaue Parteichef Heinz-Christian Strache stellte am Dienstag eine Reihe von Bedingungen für eine blau-rote Stadtregierung.

In die Verlegenheit, sich zwischen Parlament und Rathaus entscheiden zu müssen, wird Strache freilich ohnehin nicht kommen: Bürgermeister Michael Häupl machte am Dienstag erneut klar, dass eine Koalition mit der FP nicht infrage komme. "Es gibt mit den Freiheitlichen keinerlei inhaltliche Übereinstimmungen" , sagte er.

Es werde zwar ein Gespräch mit der blauen Parteispitze geben, in Koalitionsverhandlungen werde man aber nicht eintreten. Strache hatte seinerseits vor der Wahl eine Zusammenarbeit mit Häupl ausgeschlossen. Eine Koalition sei nur möglich, wenn der Bürgermeister zurücktrete und "vernünftige Kräfte" in der SPÖ das Ruder übernehmen.

Inzwischen kann sich Strache zumindest theoretisch vorstellen, unter Häupl den Vize zu machen - und Sicherheits- und Integrationsstadtrat zu werden. "Wenn Häupl die Größe hat, Fehler einzugestehen, dann bin ich bereit, ihm die Hand zu geben", sagt er.

Wie sich die blaue Fraktion im Gemeinderat genau zusammensetzen wird - 14 neue Mandate sind zu vergeben - wollte Strache Dienstagabend in der Vorstandssitzung besprechen. Fix ist, dass Johann Gudenus neuer Klubchef wird. Wer die begehrten Posten der drei bis vier nicht amtsführenden Stadträte für die Freiheitlichen besetzen soll, wird laut Strache erst entschieden, wenn das endgültige Ergebnis vorliegt. (Martina Stemmer/DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2010)