Rom - Italien will im kommenden Jahr mit dem Abzug seiner Truppen aus Afghanistan beginnen. Die ersten Soldaten könnten schon im Sommer 2011 das Krisenland verlassen, berichtete der italienische Außenminister Franco Frattini im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica". Der Abzug solle 2014 abgeschlossen sein.

Frattini betonte, dass die italienische Mission wichtig sei, um zu verhindern, dass terroristische Gruppen, die in Afghanistan und Pakistan präsent sind, bis nach Europa und nach Italien dringen. "Italien unterstützt außerdem die Bemühungen für einen Neubeginn des Landes. Wir beschützen die Mitglieder der afghanischen Regierung, sowie die italienischen und internationalen Helfer im Land", sagte Frattini. Für Afghanistan gebe es einen klaren politischen Plan. "Die Soldaten nehmen nicht an einer unmöglichen Mission teil", versicherte der Minister.

Italien hat 3400 Soldaten in Afghanistan stationiert, bis Ende des Jahres soll die Zahl zunächst auf 4000 ansteigen. Sie sind vor allem im Westen des Landes im Einsatz.

Am Samstag waren vier italienische Soldaten in der westafghanischen Provinz Farah ums Leben gekommen. Die Soldaten waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Rom in einen Hinterhalt geraten, als sie einen Konvoi mit 70 zivilen Lastwagen begleiteten. Zunächst sei ein Sprengsatz explodiert, dann hätten die Aufständischen das Feuer eröffnet. Seit Beginn des Einsatzes starben damit 34 italienische Soldaten in Afghanistan. (APA)