Wie lässt sich gesellschaftlicher Ertrag darstellen? Wie kann ein gewinnorientiertes Unternehmen in Zahlen zeigen, dass die Mittel, welche einer NPO gegeben wurden, tatsächlich effektiv und effizient arbeiten, dass Gutes entsteht?

Erträge sozialer Unternehmen und NPOs sind ja meist nicht direkt messbar. Primär soziale Werte können aber mit monetären Werten belegt werden. Wie?

Darauf hat das NPO-Institut der WU-Wien Antworten: Den Social Return On Investment (SROI) - ein auf Basis der Kosten-Nutzen-Analyse aufbauendes Modell, das nicht-pekuniäre Effekte berücksichtigt und einen Return - ähnlich wie beim klassischen ROI - als Wert darstellt.

"Obwohl es nicht immer einfach ist, soziale Erträge zu messen und monetär zu bewerten und ein wesentliche Kritikpunkt die Gefahr der Ökonomisierung des Sozialbereiches ist, bringt die SROI-Analyse Nutzen" , sagt Olivia Rauscher (Researcherin am NPO-Institut). Wenn seriös und transparent angewendet, sei der SROI ein gutes Instrument, um den Social Impact einer Organisation oder eines Projektes sichtbar und kommunizierbar zu machen.

Damit sei auch ein "gewisses Umdenken" in den NPOs verbunden, sagt Rauscher: Förderungen, Spenden, Subventionen würden als Investitionen verstanden, die zu Erträgen führen. Mit dem SROI hätten NPOs auch ein Verkaufsargument in der Hand.

Handfeste Argumente
Das erleichtere auch Unternehmen die Partnerwahl bei ihren Corporate-Social-Responsibility-Projekten.

In das Rechenmodell einbezogen werden nicht bloß Einsparungen der öffentlichen Hand, sondern etwa auch vermindertes Gesundheitsrisiko oder Reduktion der Kriminalität. Und wenn der soziale Nutzen nicht vollständig bewertbar ist, etwa im Bereich von Bewusstseinsbildung? "Auch da kann ein standardisiertes Vorgehen oder ein Vergleich mittels gleicher Basisannahmen eine sinnvolle Entscheidungsgrundlage darstellen" , so Olivia Rauscher.

Eine Bewertung nach einem SROI-Modell befreie Non-Profit-Organisationen von der Rolle, alleinig Adressaten von Spenden zu sein, erleichtere Fundraising und gebe Unternehmen als Partnern darstellbare Nutzenargumente in die Hand. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2010)