Vernetzung. Das ist das Kernthema von T-Systems als Unternehmen. Der Begriff spannt sich bei dem IT-Konzern aber über den eigentlichen Zweck hinaus: Connect the Unconnected, lautet ein Feld der konzernweiten CR-Strategie. Gemeint ist damit, all jenen Menschen den Zugang zur Informationstechnologie zu bieten, die aus mannigfaltigen Gründen bisher davon ausgeschlossen waren. Zum Beispiel jugendliche Flüchtlinge.

Als der gemeinnützige Verein Lobby 16, der sich für das Recht junger Flüchtlinge auf Bildung und Ausbildung einsetzt, im Frühjahr bei T-Systems anklopfte, sagte das Unternehmen spontan zu: Seit Mai sponsort es EDV-Kurse für junge Menschen, die das Schicksal ohne ihre Familien nach Österreich verweht hat.

Gestärktes Selbstbewusstsein
Im ersten mehrwöchigen Kurs lernten zehn Burschen zwischen 15 und 20 Jahren aus Afghanistan, Angola, Somalia und Kosovo im T-Center am Wiener Rennweg den Umgang mit den gängigen Computerprogrammen - Voraussetzung für jedes Praktikum und für beinahe jeden Job. Acht von ihnen schlossen den Kurs positiv ab.

"Ich denke, dass wir diese Jugendliche, die sich in einer sehr prekären Situation befinden, am besten mit Bildung unterstützen können" , begründet T-Systems-Österreich-Chef Georg Obermeier das Engagement seines Unternehmens. Doch nicht allein um Wissensvermittlung geht es dabei: "Die Teilnahme am Kurs hat sichtbar auch das Selbstbewusstsein der jungen Menschen gestärkt" , freut sich Obermeier. Vielen von ihnen war ein geregelter Schulbesuch in ihren Ursprungsländern nicht möglich, die meisten kämpfen mit dem Trauma von Flucht und Verfolgung.

Drei der jungen Burschen zeigten sich durch den Kurs ermutigt und nahmen an einem Lehrlings-assessment der T-Systems-Schwester T-Mobile teil. Die Ausbilder des Mobilfunkers waren von ihrer Cleverness und Tüchtigkeit überzeugt: Sie erhielten einen fixen Lehrplatz als Einzelhandelskaufmann. Im Sinne der Nachhaltigkeit startete Ende September die nächste Runde der T-Systems-Computerkurse für junge Flüchtlinge. (kat, DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2010)