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Ein von homophoben Extremisten verletzter Polizist bei der Homosexuellenparade in Belgrad.

Foto: Reuters/Djurica

Belgrad - 66 Teilnehmer der Krawalle vom vergangenen Sonntag in Belgrad am Rande einer Homosexuellenparade sind bis Dienstagnachmittag mit einer einmonatigen U-Haft belegt worden, meldeten serbische Medien unter Berufung auf eine Gerichtssprecherin. Laut früheren Medienberichten wurden bisher Ermittlungen gegen 134 Personen eingeleitet, darunter auch den Chef der nationalistischen Organisation "Obraz", Mladen Obradovic, der als Rädelsführer angesehen wird. Den Randalierern drohen die Haftstrafen bis zu acht, dem Rädelsführer bis zu zwölf Jahren Haft.

Zu den Ausschreitungen, an denen rund 6.000 Personen, Anhänger extremistischer Organisationen und Fußballfanclubs, teilnahmen, war es anlässlich der ersten Schwulenparade in Belgrad gekommen. Bei den Krawallen wurden rund 150 Personen, mehrheitlich Polizisten, verletzt. Die "Pride-Parade" selbst verlief reibungslos. Die Randalierer wurden von der Polizei daran gehindert, zum Veranstaltungsort vorzudringen.

Der serbische Präsident Boris Tadic verurteilte die Gewalt. Der Serbien-Berichterstatter des Europäischen Parlaments, Jelko Kacin, ortete einen Mangel an Toleranz gegenüber Minderheiten sowie eine Ineffizienz der staatlichen Institutionen in Serbien. (APA)