Klagenfurt - Am Arbeitsgericht Klagenfurt ist am Dienstag ein Prozess beendet worden, den ein Ex-Geschäftsführer der Hypo Leasing GmbH gegen die Kärntner Hypo Group Alpe Adria angestrengt hat. Der Mann, der sich Ende vergangenen Jahres einvernehmlich von seinem Arbeitgeber getrennt hatte, klagte die Auszahlung seiner Abfertigung ein. Im Verfahren versuchte die Hypo wegen angeblicher "unsachgemäßer Tätigkeiten" des Ex-Managers eine Gegenforderung von zehn Mio. Euro geltend zu machen. Das Urteil von Richterin Birgit Reiter ergeht schriftlich und wird in den kommenden Wochen erwartet.

Das Verfahren sei schon nach zwei Verhandlungsrunden geschlossen worden, bestätigte Martin Reiter, Sprecher des Landesgerichtes Klagenfurt, gegenüber der APA einen Bericht in der Mittwochausgabe der "Wiener Zeitung". Die Richterin ist auf die Forderungen der Hypo in dem Arbeitsrechtsverfahren nicht eingegangen. Im Rahmen der Auflösung des Arbeitsverhältnisses hat die Bank nämlich ausdrücklich auf die Anfechtung der Ansprüche des Ex-Managers verzichtet und bei Entstehen eventueller Forderungen einer gesonderten Geltendmachung zugestimmt.

Einspruch wird erwartet

Offenbar um Verfahrenskosten zu sparen wurde von der Bank dann dennoch versucht, die Millionenforderung mit dem Arbeitsrechtsverfahren zu verknüpfen, worauf sich die Klagenfurter Richterin nicht eingelassen hat. Wie immer ihr Urteil ausfallen wird - mit einer Rechtskraft ist noch länger nicht zu rechnen. Da in jedem Fall Einsprüche zu erwarten sind, käme in der Folge das Oberlandesgericht Graz und in letzter Konsequenz der Oberste Gerichtshof zum Zug.

Das Urteil könnte aber allenthalben richtungsweisend sein. Am Landesgericht Klagenfurt sind einige ähnlich gelagerte Fälle mit ehemaligen Hypo-Mitarbeitern anhängig. (APA)