In einem steirischen Kinderheim soll es zu Misshandlungen von Kindern im Alter von fünf bis 13 Jahren gekommen sein, die Staatsanwaltschaft Leoben und das Landeskriminalamt Steiermark ermitteln. Sowohl Anklagebehörde als auch die Trägerorganisation Pro Juventute bestätigten am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der "Kleinen Zeitung". Die Heimverantwortlichen wurden mittlerweile entlassen.

Harte Strafen bei geringen Versößen

In der Einrichtung, die mittlerweile geschlossen ist, wurden die Kinder laut Zeitung schon bei geringfügigen Verstößen gegen die Anordnungen der Heimleiterin bestraft. Die drei Mädchen und zwei Buben, die alle vom Jugendamt im Heim untergebracht wurden,  mussten barfuß und nur mit Hose und T-Shirt bekleidet bis zu einer Viertelstunde im Schnee stehen. Weiters setzte es stundenlanges Eckenstehen bzw. wurde Sprechverbot von der Heimleiterin, deren Ehemann oder der stellvertretenden Heimleiterin verhängt. Eine Angestellte, die die Missstände bei Pro Juventute melden wollte, sei von der Heimleitung gekündigt worden, obwohl diese dazu gar nicht berechtigt gewesen sei.

Urlauber meldete Vorfälle

Ans Licht gekommen ist die Sache am 1. September durch ein E-Mail eines Wiener Urlaubers an den Präsidenten von Pro Juventute, der wiederum Kenntnis von einem anonymen Tagebuch erlangt hatte, in dem die Vorwürfe festgehalten waren. Die Organisation habe umgehend eine interne Untersuchung eingeleitet, bei der auch die Kinder befragt worden seien. Die Kinder wurden in einem anderen Haus bei einer erfahrenen Pädagogin untergebracht. (APA)