New York - Eine Ausstellung mit bisher unveröffentlichten Fotografien gewährt in New York einen neuen Blick auf den Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939. Das "International Center of Photography" (ICP) zeigt bis zum 9. Jänner 2011 die Kontaktabzüge von Negativen der Fotografen Robert Capa, Gerda Taro und Chim (David Szymin, später Seymour) aus diesem Krieg. Robert Capa war mit seiner Aufnahme "Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes" berühmt geworden. Immer wieder gibt es Spekulationen, ob das Bild echt oder gestellt ist.

Verschollen ...

Die Originalfilme der drei Fotografen galten seit 1939 als verschollen, bis sie 1995 in Mexiko-Stadt wieder auftauchten. Offenbar hatte Capa die Boxen, jetzt mit dem Spitznamen "The Mexican Suitcase" (der mexikanische Koffer) betitelt, 1939 einem Dunkelkammer-Techniker übergeben. "Ein mexikanischer Botschafter hat den Koffer kurz danach von Südfrankreich mit nach Mexiko genommen, wo er über 50 Jahre unentdeckt blieb", wie Kuratorin Cynthia Young erklärte.

Die Zuordnung der Filmrollen zu den Fotografen war weniger kompliziert. "Wir kannten ja viele Aufnahmen durch die Veröffentlichungen und haben diese auf den Rollen wiedergefunden. Daher konnten wir die Filme identifizieren", sagt Young. Das Negativ zu Capas umstrittenem Soldaten-Foto befand sich allerdings nicht darunter.

Entwicklung der Fotoreportage als journalistisches Mittel

Um die Vintage-Abzüge, die Originalabzüge der Fotografen, sind die Kontaktabzüge gruppiert. So kann der Besucher vergleichen, was der Fotograf aus seinem Material ausgesucht hat. Darunter sind in Vitrinen die originalen Magazine ausgestellt, in denen die Fotos abgedruckt waren. Hier entdeckt der Besucher, dass manchmal nur ein bestimmter Ausschnitt eines Bildes für die Illustration verwendet wurde. So bekommt der Betrachter nicht nur einen Blick auf die Entstehung der Kriegsberichterstattung, sondern auch auf die Entwicklung der Fotoreportage als journalistisches Mittel. (APA)