Wien - Der Parlamentarische Geschäftsführer des Grünen Klubs, Dieter Brosz, hat sich von der Idee des oberösterreichische Landesrats Rudolf Anschober nach einer Änderung bei der Listenerstellung bei den Grünen angetan gezeigt. Anschober will, dass sich dabei nicht mehr alle wählbaren Kandidaten einem Votum durch Delegierte unterziehen müssen. Diese Idee werde "seit geraumer Zeit" diskutiert und sei sinnvoll, sagte Brosz am Freitag im Parlament gegenüber Journalisten. Er halte es für möglich, dass dies bereits bei dem nächsten Bundeskongress im kommenden Jahr umgesetzt werde.

Anschober hatte vorgeschlagen, dass der Grüne Parteivorstand von sich aus zumindest "ein, zwei Kandidaten" bestimmen dürfen soll, die an wählbarer Stelle antreten, ohne sich der sonst üblichen parteiinternen Listenwahl zu stellen. Das sei vernünftig, unter anderem deshalb, weil man dann vor Wahlen nicht mehr so eine lange Vorlaufzeit habe und man im Wahlkampf mit der Aufstellung eines neuen Kandidaten rasch reagieren könne, so Brosz.

Änderungsbedarf vorhanden

Auch dem Vorschlag, die sogenannte "Vertrauensabstimmung" in allen Landesgruppen abzuschaffen, kann Brosz etwas abgewinnen. Derzeit kann ein Mandatar nach zwei Perioden Amtszeit von einem Drittel seiner Bezirksgruppe an der Wiederkandidatur gehindert werden kann. Beispiele wie jene von Bundesrat Stefan Schennach, der vor einigen Monaten von den Grünen zur SPÖ gewechselt war, nachdem ein neuerliches Antreten von den Döblinger Grünen per Abstimmung verhindert worden war, würden den Änderungsbedarf zeigen, so Brosz.

Bundessprecherin Eva Glawischnig wollte sich zu der Thematik vorerst nicht äußern. (APA)