Berlin - Die deutsche Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) will mit einer Internet-Plattform gegen falsche oder irreführende Kennzeichnung von Lebensmitteln vorgehen. "Wir müssen dem Etikettenschwindel Einhalt gebieten", sagte Aigner "Bild am Sonntag". Die Verbraucherzentrale Hessen soll im Auftrag ihres Ministeriums im Frühjahr mit einer entsprechenden Internetseite online gehen.

Auf ihr sollen Verbraucher Produkte benennen können, die ihrer Meinung nach nicht das enthalten, was Aufmachung oder Angaben versprechen. Verbraucherschützer sollen die Fälle prüfen und kommentieren. Die Unternehmen können Stellungnahmen abgeben. "Ich will den Dialog zwischen Verbrauchern und Wirtschaft ausbauen", sagte Aigner. "Die Verbraucher müssen mit der Wahrheit bedient werden."

Klebeschinken und Analogkäse

Die Verbraucherministerin appellierte an die Industrie: "Lebensmittelproduzenten müssen einsehen, dass es ein Irrweg ist, jede technische Neuerung zur Täuschung zu missbrauchen. Klebeschinken oder Analogkäse sind Beispiele dafür."

Nach den Plänen ihres Ministeriums sollen auch solche Produkte ins Netz gestellt werden, die zwar nach geltenden Vorschriften gekennzeichnet sind, aber von Käufern als irreführend empfunden werden - eine Art Feldversuch für mehr Verbraucherverständnis. Bei Fällen eindeutiger Täuschung fordert die Ministerin ein strengeres Vorgehen durch die zuständigen Länderbehörden.

Produktinformation

Österreich setzt hingegen auf "positiv verstärken". Auf www.bewusstkaufen.at gibt es Informationen für den umwelt- und sozial gerechten Einkauf. Zum Abschluss der "Nachhaltigen Wochen" präsentiert das Lebensministerium eine neue Erweiterung dieses Onlineangebots.
In Zusammenarbeit mit österreichischen Handelsketten, Produzenten, selbständigen Kaufleuten und NGO wurde eine Online-Produktdatenbank erstellt, in der sich der Konsument über Bezugsquellen, Qualität, Herkunft und Hersteller informieren kann. (Reuters/rb)