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Mathe, Turnen, Finanzwesen. Die Versicherungsbranche wünscht sich mehr Aufklärung und Wissensvermittlung schon in den Schulen.

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Wien - Die österreichische Versicherungsbranche wünscht sich besser informierte Kunden und ortet "dürftiges Finanzwissen" bei der Jugend: "Finanzbildung soll zukünftig verpflichtend in den Lehrplänen verankert sein", forderte Wolfram Littich, Präsident des Versicherungsverbandes und Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich, am Montag vor Journalisten. Ohne mündige Konsumenten werde man von einem Anlegerskandal in den nächsten stolpern, so der Allianz-Chef.

Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des Versicherungsverbandes sind die österreichischen Jugendlichen bei Versicherungs- und Finanzfragen tendenziell uninformiert. Rund 200 Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren wurden in einer repräsentativen Online-Umfrage zu ihrem Finanzwissen befragt.

Jeder Fünfte der befragten Jugendlichen kann nicht Zinsrechen, geht aus der Umfrage hervor. 62 Prozent geben an, sich nicht oder nur wenig in Versicherungsfragen auszukennen. Vor allem Eltern werden laut Umfrage um Rat in Finanzfragen gefragt. Problematisch sei, dass Eltern ihr unvollständiges Wissen an die Kinder weitergeben, so Littich.

Private Altersvorsorge

Private Altersvorsorge ist bei den Jugendlichen aber ein großes Thema: Rund 90 Prozent halten es für notwendig, privat für die Pension vorzusorgen. 55 Prozent der Befragten konnten aber "kein Angabe" machen, mit welchen Produkten man privat vorsorgen könne. "Es ist erfreulich, dass Jugendliche den Bedarf für private Pensionsvorsorge erkennen, jedoch zeigt sich, dass sie nicht wissen, wie. Hier besteht akuter Handlungsbedarf", so der Verbandspräsident.

Rund 30 Prozent der befragten Jugendlichen haben laut Umfrage das Thema Versicherung im Unterricht nie durchgenommen. Für 62 Prozent sei es aber sinnvoll, das Thema stärker in den Lehrplan zu integrieren. Jugendliche könnten zwischen privater und gesetzlicher Versicherung nicht unterscheiden, interpretiert Littich die Umfragedaten.

Um die "Wissenslücken" zu schließen, bedarf es eines Schulterschlusses aus Politik, Schulen und auch der Finanzwirtschaft, fordert der Versicherungsverband. Es gehe vor allem darum, dass Jugendliche frühzeitig Risiko einschätzen lernen und künftige Bedarfslagen erkennen, sagte Littich.

Derzeit arbeitet der Versicherungsverband "bilateral" mit den Schulen zusammen und offeriert gemeinsam mit den Bankenverbänden ein sogenannten "Schulpaket" für Finanzwissen. Rund 520 solche Pakete wurden heuer an AHS und BHS-Schulen verschickt. Ab 2011 werde die Website mit Videos erweitert, welche in jeweils 100 Sekunden Wirkungsweisen von Versicherungen erklären, so der Versicherungsverband. (APA)