Washington - Der US-Geheimdienst CIA hat Versagen bei der Überprüfung eines Informanten eingeräumt, der Ende Dezember vergangenen Jahres einen Anschlag auf einem CIA-Stützpunkt in Afghanistan verübt und dabei sieben US-Agenten mit in den Tod gerissen hatte. Eine interne Untersuchung des Vorfalls und seiner Vorgeschichte habe ergeben, dass der spätere Attentäter "nicht vollständig überprüft" worden sei und die Sicherheitsmaßnahmen nicht ausgereicht hätten, räumte CIA-Direktor Leon Panetta am Dienstag in einer Erklärung an die Mitarbeiter des US-Auslandsgeheimdienstes ein. Panetta machte "Defizite" und "Managementfehler" in der gesamten Behörde dafür verantwortlich.

Bei dem Anschlag am 30. Dezember 2009 auf dem Stützpunkt im ostafghanischen Khost an der pakistanischen Grenze waren sechs weitere CIA-Mitarbeiter verletzt worden. Der Attentäter, der von der CIA als wichtiger Informant eingestuft worden war, hatte sich am Eingang der Chapman-Militärbasis in die Luft gesprengt, als er durchsucht werden sollte. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Wie ein US-Geheimdienstvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag sagte, hatten jordanische Stellen die CIA im Vorfeld bereits vor der möglichen Doppelagenten-Tätigkeit des Mannes gewarnt. (APA)