Straßburg - Das Europaparlament stimmt am Mittwoch über eine Ausweitung des Mutterschutzes auf mindestens 18 Wochen bei vollem Lohnausgleich ab. Derzeit gilt EU-weit ein Mindestanspruch von 14 Wochen, je nach Mitgliedsland dauert die Babypause regulär bis zu 28 Wochen. Die Abstimmung ist noch im Gange. Im Folgenden ein Vergleich ausgewählter Länder:

Österreich

In Österreich gilt der Mutterschutz 16 Wochen. Er verlängert sich bei Mehrlingsgeburten und Kaiserschnittgeburten auf 20 Wochen. Der Lohnausgleich erfolgt über ein Wochengeld, das von der Sozialversicherung gezahlt wird.

Deutschland

Mit 14 Wochen Mutterschutz ist Deutschland zusammen mit Malta und Schweden EU-weites Schlusslicht. Allerdings gibt es schon jetzt den vollen Lohnausgleich. Zusätzlich können Mütter und Väter Elterngeld beantragen, das maximal 1800 Euro über 14 Monate beträgt. Wegen dieser Sonderregel wehrt sich die Bundesregierung gegen Änderungen bei den EU-Mindeststandards.

Frankreich

Die Babypause dauert regulär 16 Wochen bei vollem Lohnausgleich. Sie kann auf Anordnung des Frauenarztes um zwei Wochen verlängert werden. Ein solcher "pathologischer Mutterschutz" ist etwa bei Problemen während der Schwangerschaft oder einem Kaiserschnitt möglich.

Polen

Der Mutterschutz beträgt 20 Wochen, bei Zwillingsgeburten 33 Wochen. Die Lohnfortzahlung ist nicht einheitlich gesetzlich geregelt.

Großbritannien

Die Babypause dauert in der Regel 26 Wochen bei einer Fortzahlung von zunächst 90 Prozent des letzten Gehalts. Der Mutterschutz kann auf 52 Wochen verlängert werden, ist dann aber unbezahlt. Väter können zwei Wochen bezahlte Elternzeit nehmen. Premierminister David Cameron nahm die Väterzeit als erster Regierungschef nach der Geburt seines vierten Kindes im August wahr.

Tschechien/Slowakei

Tschechien und die Slowakei haben mit 28 Wochen den längsten regulären Mutterschutz in der EU. Bei Mehrlingsgeburten verlängert er sich auf 37 Wochen. Es gibt keine gesetzlich geregelte Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, in der Slowakei aber einen Sozialausgleich. (APA/AFP)