Ein Begräbnis kostet viel Geld. Weil immer mehr Menschen ihre Hinterbliebenen vor diesen Kosten schützen wollen, setzen sich Versicherungen für die Begräbniskosten-Vorsorge immer mehr durch.

Der österreichische Markt für Begräbniskostenvorsorge ist um einen Anbieter reicher. Die Schweizer Versicherung Helvetia bietet über ihre Österreich-Tochter seit Oktober diese Vorsorge an. Die Abschiedsvorsorge bietet einen Versicherungsschutz im Ablebensfall mit einer garantierten Versicherungssumme von 4000 bis 15.000 Euro und kann ab dem 18. Lebensjahr abgeschlossen werden. Fragen zur Gesundheit werden nicht gestellt.

Die Idee: Ein Begräbnis kostet viel Geld – bis zu 7500 Euro rechnen Versicherer vor. Können die Kosten nicht aus der Verlassenschaft bezahlt werden, müssen sie von Hinterbliebenen übernommen werden. Das stellt oft eine finanzielle Hürde dar, besonders dann, wenn sich der Todesfall im Ausland ereignet und eine Rückholung organisiert werden muss.

Die Prämie kann monatlich oder via Einmalerlag einbezahlt werden, die Höhe orientiert sich am Einstiegsalter. Eine 20-jährige Frau müsste monatlich 12,85 Euro einzahlen, ein Mann 14,37 Euro. Via Einmalerlag fallen für die Frau 2886 Euro an, für den Mann 3175.

Das Motiv für die Helvetia erklärt eine Sprecherin damit, dass es einen gesellschaftlichen Wandel gebe. Die alternde Gesellschaft werde immer mobiler, Senioren würden gerne und viel reisen. Daher spiele eine Rückholung beim Todesfall im Ausland eine immer größere Rolle. Außerdem nehme die Angst, über die Thematik zu sprechen, ab. Auch wolle die Generation 50 plus ihre Nachkommen vor finanzieller Belastung im Ablebensfall absichern.

Rund 400.000 Österreicher haben bereits eine Sterbeversicherung. Neben der Helvetia bietet so ein Produkt auch die Raiffeisen Versicherung/Uniqa an, der zur Wiener Städtischen gehörende Wiener Verein, die Ergo-Versicherung, Basler und Merkur. Die Produkte variieren meist beim Einstiegsalter – oft kann diese Vorsorge erst ab dem 35 oder 40 Lebensjahr abgeschlossen werden.

Begräbnisklub im alten Rom

Sogenannte Burial-Clubs gab es bereits im alten Rom. Die Mitglieder haben sich einmal im Monat getroffen und mussten ihren Mitgliedsbeitrag einzahlen. Im Todesfall hat der Klub die Kosten für die Beerdigung übernommen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.10.2010)