Heilbronn - Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das umstrittene Bauprojekt "Stuttgart 21" verteidigt. Auf der fünften von insgesamt sieben Regionalkonferenzen ihrer Partei sagte die CDU-Chefin am Donnerstag in Heilbronn, es gehe um die Frage, wie sich manche Regionen ihre Rolle im 21. Jahrhundert vorstellten. Für die Sicherung des Wohlstands sei es wichtig, dass der Verkehr durch Baden-Württemberg fließe und nicht an Baden-Württemberg vorbei.

Merkel begrüßte die Einsetzung des Schlichters Heiner Geißler, weil die Gespräche mit den Gegnern des Projekts "richtig und wichtig" seien. Allerdings müsse Politik auch "viele kontroverse Entscheidungen" treffen und "Kontroversen aushalten". Sie räumte vor den rund 2000 Unionsmitgliedern ein, dass es für Großprojekte wie "Stuttgart 21" gut sei, "wenn die Kostenschätzungen mal einigermaßen stimmen würden."

Vor dem Messegelände in Heilbronn demonstrierten mehrere Dutzend Gewerkschafter, Umweltschützer und Gegner des Bauprojekts "Stuttgart 21" gegen die Politik der Bundesregierung.

Bei dem umstrittenen Bauvorhaben soll der Stuttgarter Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden. Das Projekt soll nach derzeitigen Berechnungen rund 4,1 Milliarden Euro kosten. (APA)