Wien - Der Nationalrat hat zum Abschluss seiner Sitzung einen von der FPÖ beantragten Untersuchungsausschuss zu Ermittlungspannen im Entführungsfall Natascha Kampusch abgelehnt. Anlass für den Antrag der Freiheitlichen waren Aussagen des früheren OGH-Präsidenten Johann Rzeszut, der den Behörden "konsequente und beharrlich fortgesetzte Vernachlässigung entscheidender polizeilicher Ermittlungsergebnisse" vorgehalten hatte. Rzeszut hatte der so genannten "Kampusch-Evaluierungskommission" um den ehemaligen VfGH-Präsidenten Ludwig Adamovich angehört.

Die Koalition lehnte das Ansinnen der FPÖ ab. Begründet wurde das mit noch laufenden Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Innsbruck nach den entsprechenden Vorhaltungen Rzeszuts. Zudem gelte es zu bedenken, ob dem Entführungsopfer Kampusch ein parlamentarischer U-Ausschuss tatsächlich zuzumuten sei. (APA)