USA

Die aktuelle Berichtssaison zum dritten Quartal ist in Summe durchaus gut angelaufen. Auch die Ausblicke fielen im Großen und Ganzen besser aus, als wir das gedacht hätten. Nichtsdestotrotz
zeigt die nicht immer positive Kursreaktion, dass die Markterwartungen schon ein Stück weit vorausgeeilt sind und die Versuchung zu Gewinnmitnahmen steigt. Grundsätzlich ist die Stimmung aber
nach wie vor exzellent, das bestätigen Sentiment-Umfragen auf extrem optimistischen Niveaus. Das spricht dafür, dass der Markt die aktuellen Risikobereiche (Konjunktur, Staatverschuldungsproblematik, ungerechtfertigte Zwangsvollstreckungen) zu einem Gutteil ausklammert und nur von der Aussicht auf weitere quantitative Lockerung getrieben wird. Daher sehen wir die Gefahr zu hoher
Erwartungen. Dementsprechend bestätigen wir unsere „Verkauf"-Empfehlung, gleichwohl unsere Indexziele bereits schwer erreichbar erscheinen.

Europa

Die bisher eingelangten europäischen Quartalszahlen können als durchaus ermutigend eingestuft werden und übertrafen auch mehrheitlich die Erwartungen. Hinsichtlich des weiteren Verlaufs
der Berichtssaison dürften vor allem die kommenden drei Wochen Spannung versprechen, berichten in diesem Zeitraum doch eine geballte Ladung an europäischen Unternehmen ihre Zahlen. Die
makroökonomischen Vorlaufindikatoren in Europa haben zuletzt ein gemischtes Bild abgegeben. Während vor allem in Deutschland die Daten stark bleiben, schwächeln sie auf gesamteuropäischer
Ebene. Grundsätzlich sollte sich diese Tendenz in den kommenden Monaten weiter fortsetzen. Auch wenn die positive Stimmung in nächster Zeit anhalten sollte, sehen wir dementsprechend
die Gefahr von Rückschlägen nicht gebannt.