Nach tagelangen Protesten gegen eine mögliche Mandarin-Pflicht in Schulen in der u.a. auch von Tibetern bewohnten Region Qinghai in China haben die Behörden am Samstag versöhnliche Töne angeschlagen. Der Plan, nur noch in Mandarin-Chinesisch zu unterrichten, sei nicht darauf ausgerichtet die tibetische Sprache auszulöschen, hieß es in den staatlichen Medien. In Gegenden, wo die Umstände noch nicht reif seien, würden keine Veränderungen erzwungen, sagte der Direktor der Bildungsbehörde von Qinghai laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Tausende Schüler und Studierende demonstrierten

Nach Angaben der in London beheimateten Organisation "Free Tibet" gingen in den vergangenen Tagen Hunderte wenn nicht Tausende Schüler und Studenten auf die Straße. Bisher ab es keine Berichte über Gewalt oder Festnahmen. Die Proteste wurden offenbar von Äußerungen des Provinz-Vorsitzenden der Kommunistischen Partei, Quiang Wei, ausgelöst. Er hatte in der Parteizeitung die Verwendung einer "gemeinsamen Sprache" gelobt. Außerdem hieß es in einem seiner Pläne für eine Bildungsreform, "die gemeinsame Sprache der Nation muss auch die Sprache der Lehre werden."

Damit schürte Quiang offenbar die Befürchtungen vieler Schüler, dass das zweisprachige Schulsystem abgeschafft werden könnte. Die Proteste gingen von der Stadt Tongren aus und breiteten sich auf weitere Städte aus. In der Region leben zahlreiche ethnische Minderheiten, darunter Tibeter und Mongolen, die ihre eigenen Sprachen sprechen. (APA/dapd)