London - Jede dritte Schwangerschaft ist ungewollt. Und zwei Drittel davon entstehen durch unsachgemäße Anwendung von Verhütungsmitteln, wie französische WissenschafterInnen bei der Auswertung der Daten von insgesamt 2.863 Frauen feststellten.

Demnach hatte jede fünfte der ungewollt schwangeren Frauen mit der Anti-Baby-Pille verhütet. In 60 Prozent dieser Fälle hatten die Frauen das Hormonpräparat ein oder mehrmals vergessen. Bei mehr als 18 Prozent schützte die Pille wegen einer Erkrankung oder der zusätzlichen Einnahme anderer Medikamente nicht.

Auch mit der Spirale scheinen viele Frauen nicht zurecht zu kommen. Auf sie hatten zehn Prozent der ungewollt schwangeren Frauen vertraut. 57 Prozent von ihnen wussten nicht, warum das Verhütungsmittel versagt habe. Fast jede Dritte gaben an, dass die Spirale in einer falschen Position gelegen habe oder herausgefallen sei. Zehn Prozent machten eine Krankheit für das Versagen der Spirale verantwortlich.

Präservative

Schwierig scheint für viele auch die Anwendung von Kondomen zu sein. Jede achte ungewollte Schwangerschaft geht den ForscherInnen zufolge auf fehlerhaften Gebrauch der Präservative zurück. In mehr als der Hälfte dieser Fälle sei das Kondom abgerutscht oder geplatzt.

Jede dritte ungewollte Schwangerschaft geht nach Angaben der WissenschafterInnen auf den gänzlichen Verzicht von Verhütungsmitteln zurück. In fast zwei Drittel dieser Fälle hätten die Frauen nicht an ein Schwangerschaftsrisiko geglaubt. Die ForscherInnen betonten, dass bei den Verhütungsmitteln oft eine Diskrepanz zwischen der theoretischen Sicherheit beispielsweise der Pille und ihrer Anwendung bestehe. Sie forderten in der Fachzeitschrift "Human Reproduction" eine bessere und individuell gestaltete Aufklärung zur Verhütung ungewollter Schwangerschaften. (APA/AP)