Innsbruck - Das Ausgleichsverfahren über den Tiroler Skihersteller Kneissl & friends GesmbH ist am Freitagmittag am Innsbrucker Landesgericht eröffnet worden. Zum Ausgleichsverwalter wurde Rechtsanwalt Hermann Tscharre bestellt. Gläubigerforderungen können bis spätestens 14. Juli angemeldet werden. Das teilte der Tiroler Kreditschutzverband von 1870 (KSV) der APA mit.

Die Ausgleichstagsatzung werde am 14. Juli stattfinden. Rund 250 Gläubiger müssen entscheiden, ob sie einem Ausgleich zustimmen. Innerhalb der nächsten Wochen werde dann in Abstimmung mit dem Ausgleichsverwalter der Ausgleichsvorschlag von 40 Prozent überprüft. Dabei handelt es sich um die gesetzlich vorgesehene Mindestquote.

18 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Die Kufsteiner Sportartikelfirma hat Verbindlichkeiten in der Höhe von mehr als 18 Mio. Euro. Die Überschuldung liegt bei 2,3 Mio. Euro. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt 65 Mitarbeiter. Vorerst bis Ende Mai sei laut KSV ein eingeschränkter Produktionsbetrieb mit 40 Mitarbeitern gesichert. Unter welchen Rahmenbedingungen der Skihersteller dann längerfristig fortgeführt werden kann, soll sich im Laufe des Ausgleichsverfahrens herausstellen.

Der Sportartikelhersteller hatte zuletzt angegeben, dass zunächst ein eingeschränkter Fortbetrieb unter der Marke Kneissl am derzeitigen Standort geplant sei. Laut Fortführungskonzept sollen nur noch "hochwertige und imageträchtige" Skimodelle mit einer Jahresproduktion von rund 15.000 Paar hergestellt werden. Weiters sollen in Kufstein die Entwicklung, der Vertrieb und die gesamte Markenführung bleiben. Als Alternative liege ein Kaufangebot eines ausländischen Skiherstellers vor. Der tschechische Produzent Sporten wolle die Marke zwar erhalten, die Produktion würde damit aber endgültig aus Kufstein abgezogen.

Negative Geschäftsentwicklung

Kneissl hatte am Mittwoch den Ausgleich beantragt. Grund für die Insolvenz waren nach Angaben des Unternehmens neben der negativen Geschäftsentwicklung im Ski- und Skischuhbereich die am Markt vorhandenen Überkapazitäten. Im Sportartikelhandel habe in der vergangenen Zeit eine Konzentration auf die im Skiweltcup geführten Marken stattgefunden.

Das Unternehmen hatte schon länger mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Am Karfreitag hatte Kneissl schließlich alle Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet.

Alleineigentümer des traditionsreichen Skierzeugers ist die Kneissl Dachstein Sportartikel AG, deren größte Aktionäre die BREG Gesellschaft für Bau und Revitalisierung des Kärntner Bau-Tycoons Hans-Peter Haselsteiner und der Sanierer Erhard Grossnigg sind.(APA)