Chicago - Bei Magen- und Darmspiegelungen kommt es weit häufiger zu Komplikationen als bisher vermutet. In einer amerikanischen Studie musste fast ein Prozent der Patienten wegen einer Endoskopie binnen zwei Wochen wieder ins Krankenhaus. Dieser Anteil liegt zwei bis drei Mal höher als bisher angenommen. Häufigste Komplikationen waren Bauchbeschwerden, Blutungen im Verdauungstrakt und Brustschmerzen.

Vorher kerngesund

Die Mediziner aus Boston werteten die Daten von über 18.000 Patienten aus, die sich einer Magen- oder Darmspiegelung unterzogen. 210 Teilnehmer wurden in den folgenden zwei Wochen wegen Komplikationen durch die Endoskopie erneut behandelt. Dies steht in krassem Missverhältnis zur Einschätzung jener Ärzte, die die Spiegelung vorgenommen hatten. Ihnen waren nur bei 31 Patienten Probleme aufgefallen, wie die Forscher in der Zeitschrift "Archives of Internal Medicine" schreiben. Besonders beunruhigend: Viele untersuchte Patienten waren vorher kerngesund. Sie hatten sich der Prozedur nicht wegen akuter Probleme unterzogen, sondern im Rahmen der Früherkennung etwa von Darmkrebs. (APA)